Schutzgebiete im Naturpark Dahme-Heideseen

Der Naturpark ist in großen Bereichen Landschaftsschutzgebiet (LSG). Besonders repräsentative Gebiete mit ihren Pflanzen, Tieren und Biotopen sind als Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesen und im Netz der europäischen Schutzgebiete NATURA 2000 verankert. NATURA 2000 umfasst Schutzgebiete der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und Vogelschutzgebiete (SPA).

Natura 2000 Gebiet der Vogelschutzrichtlinie (SPA)

Groß Schaunener Seenkette

Junge Reiherente (Foto: Erhard Laube)
Junge Reiherente (Foto: Erhard Laube)

Das SPA-Gebiet entspricht dem gleichnamigen NSG und FFH-Gebiet "Groß Schauener Seenkette". Es ist Bestandteil des SPA-Gebiets "Spreewald und Lieberoser Endmoräne". Charakteristisch sind großflächig abgelagerte Sedimente der Urstromtäler sowie die Wasserflächen der Groß Schauener Seen mit einer zusammenhängenden Wasserfläche von etwa 840 ha sowie drei weiteren kleineren Seen.

Den zentralen Teil des NSG nehmen die großflächig ausgebildeten eutrophen bis polytrophen Flachseen ein. Sie weisen weitgehend naturnahe, durch Röhrichte, Feuchtwiesen und uferbegleitende Feuchtwälder gekennzeichnete Verlandungsbereiche auf. Dies trifft auch für die östlich der Groß Schauener Seenkette gelegenen Seen Alter Wochowsee und Küchensee zu. Für die übrigen Bereiche des NSG ist ein Mosaik aus land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen kennzeichnend. Die Grünlandbereiche sind von Hecken und Kopfweidenreihen durchsetzt.

Der Gewässerkomplex besitzt zusammen mit den ausgedehnten Röhrichtzonen und Feuchtniederungen auf Grund seiner Großräumigkeit sowie Störungsarmut eine überregionale Bedeutung als Brut-, Rast- und Nahrungsraum für Sumpf- und Wasservogelarten. Regelmäßige Brutvögel der zusammenhängenden Röhrichtgebiete sind Rohrdommel, Tüpfelralle, Rohrweihe, Bartmeise, Rohrschwirl, Teichrohrsänger, Schilfrohrsänger und Drosselrohrsänger. Die Brutgebiete des Kranichs befinden sich innerhalb der seeangrenzenden Bruchwaldgebiete. Horstplätze der im Gebiet vorkommenden Fischadler und Seeadler  sind die umliegenden Hochspannungsmasten (Fischadler) sowie die ausgedehnten Waldgebiete (Seeadler).

Die Altholzbestände in den Bruchwaldbereichen nutzt die Schellente als Bruthöhlen. Zu den charakteristischen Winter- und Durchzugsgästen gehören Kranich (Kranichschlafplatz), Gänsesäger, Zwergsäger, Kiebitz, Singschwan sowie nordische Gänse und mindestens 11 Entenarten.

Große Flächen des Schutzgebiets gehören zur Sielmann-Naturlandschaft. Um das Schutzgebiet führt ein regional bedeutsamer Radrundweg. In der Erlebniswelt der Fischerei Köllnitz gibt es eine Dauerausstellung der Heinz-Sielmann-Stiftung. Ein Naturlehrpfad führt zu einem Beobachtungsturm.

Steckbrief des SPA-Gebiets 4151-421

Erfassung der SPA Brutvogelarten im Jahre 2014  (PDF 3 MB)

Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauen

Rad-Rundweg Groß Schauener Seen

Natura 2000 Gebiete der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH)

Binnendüne Waltersberge

Sandoffenflächen der Binnendüne (Foto: G. Heyne)
Sandoffenflächen der Binnendüne (Foto: G. Heyne)

Größe: 14 Hektar

Das FFH-Gebiet entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Naturräumlich gehört es zur Landschaftseinheit Saarower Hügel als Teil des Ostbrandenburgischen Heide- und Seengebietes. Prägend für das FFH-Gebiet ist eine, durch Dünenbildung entstandene starke Reliefausbildung mit Vorkommen von Trockenlebensräumen wie offene Binnendünen, Sandrasen, Kieferngehölze und Kiefernwälder.Seit mehreren Jahren wurden und werden intensive biotopeinrichtende Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der Offen- und Trockenlebensräume durchgeführt (Entfernung von Kiefernforsten, Freistellung von solitären Bäumen und Baumgruppen, Einrichtung von Sandrasen durch Plaggen, Beweidung von Offenflächen und lichten Gehölzbeständen).Das FFH-Gebiet ist Bestandteil des Life-Projektes „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“ (Laufzeit: 2013 bis 2019).  Das Gebiet ist frei zugänglich (kein Wegegebot). Durch das Gebiet führen Wanderwege und ein Naturerlebnisbereich.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3749-307

Unterwegs-Flyer Binnendüne Waltersberge (0,6 MB)

Ergebnisbericht GEO-Tag 2010 “Wir erforschen die Binnendüne Waltersberge bei Storkow”

 

 

Briesensee und Klingeberge

Winter am Briesensee (W. Klaeber)
Winter am Briesensee (W. Klaeber)

Größe: 80 Hektar

Das FFH-Gebiet entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich etwa 3 km südwestlich von Teupitz, am Süd- und Südwestufer des Tornower Sees. Es handelt sich um den Briesensee, das Süd- und Südwestufer des Tornower See sowie die an die Seen angrenzenden Moränen-Hanglagen (Landschaftseinheit Zossen-Teupitzer Hügelland).

Prägend für das FFH-Gebiet sind die beiden Seen, ein weitestgehend naturnah verlaufendes  Fließ (Briesenseegraben) sowie mehrere Quellbereiche, von denen der als Naturdenkmal geschützte „Klingespring“ als markante Hangquelle ausgebildet ist.  Die Wasserqualität des Briesensee ist seit langem augenscheinlich in einem schlechten Zustand, dies wirkt sich auf die Wasserqualität des Briesenseegraben aus.  Die reliefreichen Hanglagen sind abschnittsweise mit autochthonen Altkiefernbeständen bestockt. An den Hangebereichen kamen zahlreiche Wintergrün- und Bärlapparten vor. Durch Nutzungsänderung (fehlende Bauernwald- und Streunutzung) sind diese Vorkommen in den letzten Jahrzehnten stark zurück gegangen und konzentrieren sich aktuell heute fast nur noch im Bereich einiger kleiner Tongruben. Im Gebiet gibt es eine kleine landwirtschaftliche Nutzfläche (Feuchtwiese im Programm Vertragsnaturschutz).

Das Schutzgebiet ist ein beliebtes Ausflugsgebiet für Naturwanderungen. Durch das Gebiet führen ausgewiesene Wanderwege und ein Naturlehrpfad. Am Tornower See befinden sich Badestellen. Früher hier liegende Zeltplätze wurden nach 1990 vollständig rückgebaut.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3847-308

NSG Briesensee und Klingeberg in der Wikipdia

Dahmetal

Die Dahme an den Hängen des Eichbergs bei Briesen (Foto: W. Klaeber)

Größe: 800 Hektar

Das FFH-Gebiet Dahmetal liegt zwischen Staakow im Südwesten und Märkisch Buchholz im Nordosten. Es umfasst die Flächen der Naturschutzgebiete „Dahmetal bei Briesen“ und Mahnigsee-Dahmetal“.

Zentraler Bestandteil des Schutzgebietes ist der naturnahe in weiten Bereichen unverbaute Gewässerverlauf der Dahme mit seinen Altarm- und Mäander-Ausbildungen. Im Bereich der Talrandlagen sind abschnittsweise naturnahe Stieleichen-Hainbuchenwälder vorhanden. Hier befinden sich auch isolierte Vorkommen natürlicher Buchenbestände. Im Bereich trockener Talsandkuppen, der Hangbereiche der Talränder sowie innerhalb der Übergangsbereiche vom Wald zum Offenland befinden sich kleinflächig Ausbildungen von Sandtrockenrasen. Westlich von Freidorf liegt das Torfmoosmoor „Schmolluch“.   Die zentralen Niederungsbereiche beidseitig des Dahmefließes werden landwirtschaftlich, vorrangig im Ökolandbau, bewirtschaftet. Bedingt durch ein ausgedehntes, auf DDR-Zeiten zurückgehendes,  Entwässerungsggraben-System sind die hier ursprünglich vorkommenden Niedermoorbereiche weitestgehend  verloren gegangen.   

Das FFH-Gebiet ist Bestandteil der Life-Projekte „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“ und „Feuchtwälder“.

Life-Projekt Sandrasen

Life-Projekt Feuchtwälder

Durch das Gebiet führen lokale Wanderwege. Landschaftlich besonders eindrucksvoll sind die Abschnitte an der Dahme zwischen Briesen und Freidorf.

Empfehlung des Life-Teams für eine Rundwanderung um Oderin

Steckbrief des FFH-Gebietes 3848-302

Dolgensee

Blick auf die Insel im Dolgensee (W. Klaeber)

Größe: 308 Hektar

Naturräumlich befindet sich das FFH-Gebiet in einer Talsandebene innerhalb der Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet. Zentraler Bestandteil ist der Dolgensee, der von der Dahme durchflossen wird.  Eine kleine Schwemminsel im westlichen Teil des Sees ist bedeutsam als Brutgebiet für Wasservögel. 

Den See umgeben Röhrichte, Niederungswälder und Feuchtgrünland. Kleinflächig Reste naturnaher Flechtenkiefernwälder und offener Binnendünen sind in den letzten Jahren durch ausbleibende historische Waldnutzung weitestgehend verloren gegangen. Die landwirtschaftlichen Flächen werden im Biolandbau sowie konventionell bewirtschaftet.  Der See ist Bundeswasserstraße.

Das FFH-Gebiet entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG.

Steckbrief des FFH-Gebiets 3748-301

Dubrow

Blick in das Naturentwicklungsgebiet der Dubrow (Foto: W. Kaleber)

Größe: 260 Hektar

Das FFH-Gebiet Dubrow befindet sich südlich von Gräbendorf, nördlich südlich des Schmöldesees. Es umfasst das Naturschutzgebiet Dubrow und den Förstersee. Die Dubrow gehört zum Komplex der Moränenbildungen der Pätzer Berge, Dubrowberge und Katzenberge. Alle drei Gebiete besitzen eine große Bedeutung für die Vorkommen des kontinental geprägten Kiefern-Eichenmischwaldes in seiner naturnahen Artenzusammensetzung. Teilbereiche der Dubrow sind als Naturentwicklungsgebiet (Schutzzone I) ausgewiesen. Die Waldbestände des Trauben-Eichenmischwaldes, entstanden im Zuge historischer Waldnutzung (Waldweide und königliches Jagdgebiet vom 17. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts).  Durch Ausbleiben der historischen Nutzung ist seit Jahrzehnten ein Ausdunkeln und späteres Absterben der Alteichenbestände zu registrieren. Dies fördert einerseits Tot- und Altholz liebende Insekten wie den Hirschkäfer, führt aber zum Verlust der Altbaumvorkommen.  Zur Dubrow gehört auch der Förstersee, ein eutropher Flachsee mit angrenzenden  Verlandungs- und Torfmoosbereichen. Im Rahmen eines Projektes zur Stabilisierung der Gebietswasserstände wurde vor einigen Jahren ein künstlicher Abfluss  vollständig verschlossen. Im Ergebnis kommt es zu einer Revitalisierung entwässerter und gestörter Moorbereiche.   Am Südufer des Hölzernen Sees befindet sich seit DDR-Zeiten eine Kindererholungseinrichtung, das KIEZ Hölzerner See.

Der Name Durow ist slawischen Ursprungs.  "Dub" bedeutet Eiche.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3748-307

Griesenseen

Blick auf den Großen Griesensee (Foto: G. Müller)

Das FFH-Gebiet Griesenseen befindet sich mit einer Größe von etwa 113 Hektar innerhalb des Talsandgebiets der Storkower Heide. Der Kleine Griesensee ist mit einer Flächengröße von 23 Hektar seit 1937 als Naturschutzgebiet festgesetzt. Bei dem See handelt es sich um einen Moorsee umgeben von torfmoosreichen Zwischenmoor-Verlandungszonen. Der Große Griesensee ist ein mesotropher, Weichwassersee mit fast geschlossener Schneidenröhricht-Ausbildung und Zwischenmoor-Verlandungsbereichen. Eine Besonderheit am Großen Griesensee bildet  eine fast vegetationsfreie Sandoffenfläche am Südost-Ufer. Ständige Sandeinwehungen in den See sind die Bedingung für das Vorkommen seltener Wasserpflanzen. Neben den Offenflächen sind die See- und Verlandungsbereiche von Kiefern-Alterklassenwald umgeben.  

Die Flächen des FFH-Gebietes befinden sich in einem militärischen Übungsbereich und sind nicht frei zugänglich.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3749-304

Groß Schauener Seenkette

Das etwa 1.900 Hektar große FFH Gebiet Groß Schauener Seenkette entspricht dem gleichnamigen NSG. Den zentralen Teil des Gebietes nehmen die großflächig ausgebildeten eutrophen bis polytrophen Flachseen ein. Sie weisen weitgehend naturnahe, durch Röhrichte, Feuchtwiesen und Ufer begleitende Feuchtwälder gekennzeichnete Verlandungsbereiche auf. Dies trifft auch für die östlich der Groß Schauener Seenkette gelegenen Seen Alter Wochowsee und Küchensee zu. Für die übrigen Bereiche des NSG ist ein Mosaik aus land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen kennzeichnend. Die Grünlandbereiche sind von Hecken und Kopfweidenreihen durchsetzt. Lokal begrenzte Besonderheiten der Biotopausbildung sind einzelne Salzstellen in den Marstallwiesen und der Halbinsel „Woppusch“ sowie torfmoosreichen Zwischenmoorbildungen an der „Halbinsel“ östlich des Schweriner Waldes. 

Große Bereiche des Schutzgebiets befinden sich im Eigentum der Sielmann-Stifung (Sielmanns-Naturlandschaf Groß Schauener Seenkette).  Um die Seenkette  führt ein ausgewiesener Rad-Naturerlebnisweg. Zwei Aussichtstürme ermöglichen Ausblicke über die Wasserflächen. Das FFH-Gebiet war Bestandteil der Life-Projekte „Binnensalzstellen in Brandenburg“. Im Rahmen des Projektes wurden zugewachsene Feuchtwiesen mit Vorkommen von Salzstellen wieder geöffnet und Besucherleiteinrichtungen angelegt. Das FFH-Gebiet ist in seiner Abgrenzung Teilgebiet des SPA-Gebietes Spreewald und Lieberoser Endmoräne.

Steckbrief des FFH-Gebiets 3749-301

Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen

Rad- und Wander-Rundweg Schauener Seen

 

 

Groß Schauener Seenkette Ergänzung

Das etwa 280 Hektar große FFH Gebiet Groß Schauener Seenkette Ergänzung grenzt mit zwei Teilbereichen an das FFH Gebiet Groß Schauener Seenkette. Im Nordwesten umfasst das Gebiet das Görsdorfer Mühlenfließ mit anliegenden Niederungsbereichen sowie das Süd- und Südostufer des Wolziger See.

Im Gebiet liegt der vom Fließ durchflossene Grunewaldsee. Die Offenflächen werden vorrangig landwirtschaftlich im Biolandbetrieb bewirtschaftet. In Teilbereichen befinden sich lokale Salzstellen und salzbeeinflusste Bereiche.   Bei den Flächen im Süden handelt es sich um den Dobrasee. Der kleine Waldsee ist von Kiefernforst bestockten kleineren Hanglagen umgeben. Am Südufer des Sees befindet sich ein als Naturdenkmal ausgewiesene Hangquelle. Der See ist ein beliebtes Badegewässer. Er liegt an dem Rund-Radweg der Groß Schauener Seenkette.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3749-309

Rad- und Wander-Rundweg Schauener Seen

Heideseen bei Groß Köris

Das etwa 255 Hektar große Gebiet umfasst wesentliche Bereiche des Seenkomplexes innerhalb der Talsandebene nördlich von Groß Köris. Im Osten reicht das vorgeschlagene Schutzgebiet bis an die Bundesautobahn A 13.

Bei dem Gewässerkomplex  handelt es sich um mesotrophe bis eutrophe Standgewässer. Eingeschlossen in den Seenkomplex sind dystrophe Moorseen wie der Buhrsee mit Zwischenmoor-Verlandungsbereichen. An die Gewässer- und Verlandungsbereichen schließen sich Kiefern-Alterklassenwälder teilweise auch extensiv genutzte Bauernwälder auf Talsand- und Dünenstandorte an. Im Saumbereich befinden sich kleine Sand-Trockenrasen.

Das FFH-Gebiet ist Bestandteil der Life-Projekte „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“ Auf den Projektflächen  werden Maßnahmen zur Wiederherstellung von Sandrasen umgesetzt. Durch das Gebiet führt der Hofjagdweg sowie ein ausgewiesener Rundwanderweg. An markanten Punkten des Wanderweges wird mit Thementafeln auf das Life-Projekt Sandrasen hingewiesen.

Steckbrief des FFH-Gebiets 3747-309

Wanderung um die Heideseen bei Groß Köris

Hofjagdweg

Life Sandrasen

 

 

Katzenberge

Winter in den Katzenbergen. Knorrig präsentieren sich die Alt-Eichen (Foto: W. Klaeber)
Winter in den Katzenbergen. Knorrig präsentieren sich die Alt-Eichen (Foto: W. Klaeber)

Das 143 Hektar große FFH-Gebiet Katzenberge entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich südlich des Schmöldesees. Im Süden schließen sich ausgedehnte Talsandflächen an. Es gehört zum Komplex des Moränenzuges der Pätzer Berge und Dubrowberge (Naturräumliche Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet).

Die Katzenberge gehören zusammen mit den Radebergen und der Dubrow zum zentralen Bereich des kontinental geprägten Kiefern-Eichenmischwaldes in seiner naturnahen Artenzusammensetzung innerhalb des Dahme-Seengebietes. Im Bereich der ufernahen Hanglagen zur Schmölde treten begünstigt durch thermophile Standortverhältnisse wäremliebende Saumgesellschaften auf. Der ausgeprägt vorkommenden Alt- und Totholzanteil ist Lebensraum seltener Insektenarten wie Eichenbock und Hirschkäfer.

Die Flächen des FFH-Gebietes befinden sich überwiegend im Eigentum des Bundes (BIMA). Diese Bereiche gehörten zu einem früheren Sperrgebiet und wurden 2015 im Rahmen der sogenannten dritten Tranche dem „Nationalen Naturerbe“ zugeordnet (Zuordnung als sogenannte Bundeslösung mit Verbleib bei der BIMA). Darüber hinaus gehören die Flächen im Eigentum des Bundes zu zertifizierten Flächenpool des Naturschutzes „Streganz“.  Im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden in einzelnen Waldabschnitten Kompensationsmaßnahmen, z.B. die Freistellung von Alteichen, durchgeführt. Einzelne Bereiche wurden als "Prozesschutzflächen" aus der forstlichen Bewirtschaftung genommen. 

Kultur- und Waldhistorische Bedeutung haben die Katzenberge als ehemaliges Hogjagdgebiet der Hohenzollern. Ein Gedenkstein, neben einem Stein zur Nachhaltigkeit, erinnert an die letzte "Kaiserjagd"  im Jahre 1913

Steckbrief des FFH-Gbebiets 3848-30

BfN - Nationales Natuererbe

Gedenksteine in den Katzenbergen

Kienheide

Kiefer am Krummen See bei Kehrigk (Foto: W. Klaeber)
Kiefer am Krummen See bei Kehrigk (Foto: W. Klaeber)

Das etwa 923 Hektar große Schutzgebiet ist Bestandteil der Talsandebene der Storkower Heide sowie im Osten angrenzender Grundmoränenbereiche (Naturräumliche Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet).

Zentraler Bestandteil des Schutzgebietes sind mehrere Seen einer nord-südlich verlaufenden Gewässerkette sowie zahlreiche Kessel- und Verlandungsmoore. Bei den Seen handelt es sich einerseits um mesotrophe, neutrale bis leicht saure Stillgewässer, andererseits um eutrophe Seen. Die Seen im Osten sind durch naturnahe Fließgewässer verbunden. Zwischenmoore befinden sich im Bereich der Gewässer-Verlandungszonen sowie innerhalb von Senken und Kesselbildungen.

Bedingt durch frühere und noch vorhandene militärische Flächennutzung sind im Gebiet größere Sandoffenflächen, Sandheiden und Kiefer-Birken-Vorwaldstadien ausgebildet. Nährstoffarme Kiefernwälder mit anteiligen Trockenrasen befinden sich im Bereich der Bugker Sahara. Im nördlichen Bereich des Schutzgebietes sind kleinflächig subkontinental geprägte Trockenrasen ausgebildet.   Große Bereiche des FFH-Gebietes befinden sich überwiegend im Eigentum des Bundes (BIMA) und sind Bestandteil eines Standortübungsplatzes und militärischen Sondernnutzungsplatzes (Tarnen und Täuschen).

Im Bereich der kontinentalen Trockenrasen (Glienitzberg bei Bugk) wurden in den vergangenen Jahren Naturschutz-Kompensationsmaßnahmen umgesetzt (Ausgleich für Eingriffe auf Bundesflächen). Das FFH-Gebiet war Bestandteil des EU-Life-Projekts „Kalkmoore Brandenburgs“ (Laufzeit: 2005 bis 2010) und ist Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“ (Laufzeit: 2013 bis 2019). Im Rahmen des Projekts werden auf Flächen im Eigentum der Stiftung Euronatur (Bugker Sahara) Maßnahmen zur Wiederherstellung von Sandrasen umgesetzt. Es erfolgten im Vorfeld und Projekt begleitend Erfassungen von LRT und Arten. Innerhalb des Life-Projekts „Kalkmoore Brandenburg“ erfolgten Maßnahmeumsetzungen im Bereich Melangsee und Melangfließ (Verbesserung der Gebietswasserverhältnisse, Freistellung von Moorbereichen, Einrichtung von Pflege-Nutzungen, Öffentlichkeitsarbeit durch Infotafeln).  

Der militärische Teil des FFH-Gebietes ist nicht zugänglich. Im östlichen Bereich tangiert entlag der Seenkette vom Glubigseen bis Melangsee der überregional bedeutsame 66-Seen-Wanderweg das Gebiet.

Steckbrief des FFH-Gebiets 3849-303

Life-Projekt Sandrasen im Dahme-Seengebiet

Life-Projekt Kalkmoore in Brandenburg

Auf dem 66-Seen-Wanderweg

Kleine- und Mittelleber

Winterstimmung in der Mittel-Leber (Foto: W. Klaeber)
Winterstimmung in der Mittel-Leber (Foto: W. Klaeber)

Das 75 Hektar große FFH-Gebiet Kleine- und Mittelleber entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es handelt sich um eine verlandete und vermoorte Schmelzwasserrinne im nordwestlichen bereich des Naturparks. Bis 1990 gehörte bzw. tangierte das Gebiet einen militärischen Standortbereich, in Teilbereichen existierten Belastungen mit Einschränkungen des Betretungsrechts. Durch Maßnahmenb des Gebietswasserhaushaltes sind Erlenbruchbereiche in größerene Abschnitten abgestorben (ertrunken).

Das Gebiet ist nicht durch Wanderwege erschlossen kann aber auf Wegen erlebt werden. Ganz im Süden tangiert der 66-Wanderweg das Schutzgebiet

Steckbrief des FFH_Gebiets  3847-303

Auf dem 66-Seen-Wanderweg

Laie und Langes Luch

Das 88 Hektar große FFH-Gebiet Laie und Langes Luch entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich 2 km südöstlich von Groß Eichholz, südlich der Kolonie Eichholz. Es ist Bestandteil des ausgedehnten Dünen- und Talsandgebietes nördlich des Neuendorfer Sees.

Beim südlichen Teilbereich des Langen Luch handelt es sich um ein verlandetes Zwischenmoor mit weitestgehend gehölzfreien Pfeifengras-, Torfmoos- und Seggenbeständen. Im zentralen Bereich des Langen Luchs befinden sich verlandende Gräben sowie Reste ehemaliger Kleinsttorfstiche. Auf weitestgehend offenen Torfschlammböden befinden sich Ausbildungen von Moorschlenken. Innerhalb der als Feuchtgrünland genutzten nördlichen Bereiche, der Laie, befinden sich vereinzelte Kleingewässer und Moorsenken mit Wasserpflanzen- und Moorschlenken-Gesellschaften. Im Übergangsbereich der Moor-Niederungen zum angrenzenden Kiefern-Altersklassenwald in der Randlage des Schutzgebietes kommen fragmentarische Heidesäume sowie Silbergras- und Straußgras-Sandtrockenrasen vor.

Bis in die jüngere Vergangenheit existierte in dem Gebiet ein Vorkommen der Glockenheide. Diese konnte in den letzten Jahren nicht mehr beobachtet werden. Die Kiefernbestände im Langen Luch sind durch hoch anstehende Gebietswasserverhältnisse vor einigen Jahren abgestorben.

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3849-304

Linowsee-Dutzendsee

Das 60 Hektar große FFH-Gebiet Linowsee-Dutzendsee entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich zwischen den Ortslagen Streganz (im Nordwesten) und Schwerin (im Südosten). Das NSG grenzt südwestlich an den Gewässerkomplex der Groß Schauener Seen.

Das NSG umfasst zwei Flachseen mit angrenzenden Bruchwäldern und ausgedehnten Grünlandbereichen. Beim Linowsee handelt es sich um ein ehemals mesotrophes, heute eutrophes Gewässer mit Vorkommen von Großem Nixkraut. In den Röhrichtzonen wachsen größere Schneiden-Bestände. Der Dutzendsee ist auf Grund früherer Entwässerungsmaßnahmen weitestgehend verlandet. An die See schließen sich ausgedehnte Röhrichtzonen sowie Erlenbrüche an. Umgeben sind die Gewässer- und Uferverlandungsbereiche von Feuchtgrünländern, z.T. in der Ausbildung extensiv genutzter Mäh-Feuchtwiesen. 

Das FFH-Gebiet ist Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“. Im Rahmen des Projekts sollen in Randlagen und in bewaldeten Dünenabschnitten Maßnahmen zur Wiederherstellung von Sandrasen umgesetzt werden.

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3749-305

Life-Projekt Sandrasen im Dahme-Seengebiet

Leue und Wilder See

Wilder See um 1950 (Adolf Straus)
Historische Aufnahme vom Wilden See um 1950 (Adolf Straus)

Das 50 Hektar große FFH-Gebiet Leue-Wilder See befindet sich 4 km nordwestlich von Groß Köris, östlich der Autobahn A 13. Es ist Bestandteil des gewässerreichen Talsandgebietes zwischen den Köriser Heideseen und den Pätzer Seen.

Der Moorrestsee der Leue und seine Verlandungszonen sind mit einer Größe von etwa 4 Hektar seit 1938 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es sind zusammen mit dem Kleinen Griesensee die ältesten NSG im Naturpark.

Bei der Leue und dem Wilden See handelt es sich jeweils um kalkreiche-oligotrophe bis mesotrophe Restseen mit Wasserschlauch- und Armleuchteralgen-Grundrasen sowie anteiligen Seerosen-Schwimmblattbeständen. Die Röhrichtzonen um den Wilden See werden von Schneiden-Röhricht eingenommen. Den Anschluss an die Gewässer- und Röhrichtzonen bilden torfmoosreiche Moore. Ein großer Teil der Moorflächen wird von Moorgehölzen eingenommen. Im nördlichen Abschnitt existierten Restbestände extensiv genutzter Feuchtwiesen, die aber zunehmen zuwachsen. Bis Mitte der 1950er Jahre gab es in der Leue noch Vorkommen vom Lungen-Enzian. Umgeben sind die Moorkessel von saumartigen Ausbildungen des Pfeifengras-Stieleichenwaldes sowie Kiefern-Alterklassenwald.  

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3847-310

 

 

Löptener Fenne-Wustrickwiesen

Das knapp 220 Hektar große FFH-Gebiet Löptener Fenne und Wustrickwiesen entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich zwischen den Orten Groß-Köris, Löpten und Klein Köris. Innerhalb einer Talsandebene handelt es sich um eine nach Norden in den Großen Moddersee entwässerndes Niedermoorgebiet. 

Zentraler Bestandteil des Schutzgebietes sind verlandende, eutrophe Restseen, großflächige Verlandungsmoore mit ausgedehnten Röhrichten und Bruchwäldern sowie die naturnahen  Fließgewässerabschnitte des Wustrickgrabens. Innerhalb der gehölzfreien Bereiche treten basische Moorbereiche auf.  Innerhalb der Bruchbereiche befinden sich neben Erlenbrüchen Ausbildungen des Torfmoos-Moorbirkenwaldes. Die ausgedehnten Röhrichtzonen werden vom Schilf  charakterisiert. Die naturnahen Fließgewässerabschnitte werden über weite Bereiche von Bruchwald gesäumt. Im Norden sind Bereiche des eutrophen Moddersees in das Schutzgebiet einbezogen. Innerhalb der Randlagen des Schutzgebietes befinden sich extensiv genutzte Feuchtwiesen und -weiden sowie Trockenrasen- und Heidesäume.

Das FFH-Gebiet ist Bestandteil mehrerer EU-Life-Projekte. Im Rahmen des Projektes Kalkmoore Brandenburgs wurden die Gebietswasserverhältnisse im Bereich der Löptener Fennen nachhaltig verbessert . Durch das Gebiet führen ausgewiesene Wanderwege sowie der „Hofjagdweg“.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3847-301

Hofjagdweg

Luchwiesen

Salz-Dreizack in den Luchwiesen (Foto: Sonnenberg)

Das 109 Hektar große FFH-Gebiet befindet sich westlich von Storkow im Bereich einer ausgedehnten Talniederung. Eingeschlossen in das FFH-Gebiet ist das 102 Hektar große NSG Luchwiesen bei Philadelphia. Die Luchwiesen bilden zusammen mit den Marstallwiesen und den Niederungsbereichen um die Groß Schauener Seen einen besonders wertvollen und großräumigen Komplex von Binnensalzstellen in Brandenburg.

Das Gebiet wird geprägt durch unterschiedliche Grünlandbereiche. Diese enthalten die gebietsprägenden Salzstellen. Im Westen des Gebietes existiert ein Kleingewässer mit ausgeprägten Krebsscherenbeständen. Im Bereich zum Storkower Kanal existieren Erlengehölze und Grünlandbrachen.

Die Salzstellen im FFH-Gebiet sind in einem überwiegend guten Erhaltungszustand. Die ehemals vorkommenden Orchideenbestände der Feuchtwiesen sind aber weitestgehend erloschen.  

Das FFH-Gebiet war von 2005 bis 2010 Bestandteil des EU-Life-Projekts „Binnensalzstellen Brandenburgs“. Innerhalb des Life-Projekts erfolgten Maßnahmen zur Stabilisierung der Gebietswasserverhältnisse, Förderungen von Nutzungseinrichtungen und ersteinrichtenden Maßnahmen im Bereich von Röhricht-Sukzessionsstadien mit der Zielsetzung der Offenhaltung.  

Die Luchwiesen sind ein bedeutsames Brut- und Rastgebiet für Wat- und Wasservögel. Durch das Gebiet führt der "Salzweg" ein thematischer Natur-Wanderweg. Durch die Naturwacht werden regelmäßig Monitoringmaßnahmen und naturkundliche Führungen durchgeführt.  

Steckbrief des FFH-Gebiets 3749-302

Salzweg bei Storkow

EU-Life-Projekt "Binnensalzstellen Brandenburgs"

Massow

Blick über Heideflächen mit Birkenaufwuchs auf die Binnedüne Massow (Foto: W. Klaeber)
Blick über Heideflächen mit Birkenaufwuchs auf die Binnedüne Massow (Foto: W. Klaeber)

Das 441 Hektar große FFH-Gebiet Massower Heide befindet westlich der Autobahn A 13 auf Höhe der Abfahrt Baruth (Mark). Es liegt im Talsandgebiet des Baruther Urstromtals im Forst Staakow (Naturräumliche Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet) im Gebiet des ehemaligen militärischen Truppen­übungsplatzes.

Die Massower Heide ist ein Standort der Extreme, geprägt von trockenen, nährstoffarmen Sandböden. Auf den großräumigen Offenflächen wechseln sich Bereiche mit Heidekraut mit Sandoffenflächen, Silbergrasfluren und Birken-Kiefern-Vorwaldstadien ab. Besondere Lebensräume bilden mehrere offene Binnendünenbereiche mit einer Länge von bis zu 600 Metern, auf denen der Sand noch heute in Bewegung ist. Randlich ist das Gebiet mit Kiefern-Altersklassenwäldern bestanden. Im westlichen Bereich (Landkreis Teltow-Fläming) kann man noch Relikte von früher streugenutzten Kiefernwäldern im Naturdenkmal "Märchenwald Dornswalde" bestaunen. Die Offenflächen, Heiden und Vorwaldstadien sind Lebensraum gefährdeter Tierarten wie Ziegenmelker, Brachpieper, Glattnatter sowie zahlreicher wärmeliebender Insektenarten.

Die extremen Lebensräume wie sie im FFH-Gebiet Massow zu finden sind, sind Brandenburg weit durch fehlende Nutzung bedroht. Bäume und Gehölze wandern bei Nutzungsaufgabe in die Offenlebensräume ein und verdrängen die dort lebenden Pflanzen- und Tierarten. Seit etwa 2000 werden hier von Seiten des Flächeneigentümers, der Hatzfeld-Wildenburg‘schen Forstverwaltung im Rahmen von Kompensation und Landschaftspflege Biotop erhaltende und Biotop einrichtende Maßnahmen durchgeführt (v. a. Entbuschungen, Erhaltung von Heiden und offenen Dünen). Die Heidebereiche sind im Kulturlandschaftsprogramm. Das FFH-Gebiet ist außerdem Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“. Im Rahmen des Projekts wurden und werden großflächig Maßnahmen zum Erhalt der offenen Lebensraumtypen (Sandrasen, Heiden, Dünen) durchgeführt. Dazu gehören u. a. das Abbrennen der Heideflächen und die regelmäßige Beweidung durch Schafe.

Steckbrief des FFH-Gebietes 3947-301

Life-Projekt Sandrasen

 

 

Milaseen

Uferbereich des Großen Milasees (Foto: Hans Sonnenberg)
Uferbereich des Großen Milasees (Foto: Hans Sonnenberg)

Das 117 Hektar große FFH-Gebiet Milaseen liegt südlich der Landstraße Kehrigk-Limsdorf und entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Die Milaseen liegen im dünenreichen Talsandgebiet nördlich des Neuendorfer Sees (Naturräumliche Landschaftseinheit Dahme- Seengebiet).

In dem NSG liegen der Große und der Kleine Milasee. Der Große Milasee gilt als der sauberste See im Naturpark. Es handelt sich um einen mesotrophen, neutralen bis schwach sauren Klarwassersee mit Uferröhrichten aus Binsenschneide, mit Schilf- und Sumpfbinsen- Beständen. In den Flachwasserbereichen kann man Bestände mit dem Strandling finden, einer kleinen in Deutschland stark gefährdeten Pflanzenart. Beim Kleinen Milasee handelt es sich um einen dystrophen Moorsee, umgeben von torfmoosreichen Zwischenmoor-Verlandungszonen und Kiefern-Birken- Moorgehölzen. Ein weiteres kleineres Kesselmoor befindet sich im südlichen Bereich des FFH-Gebietes.

In den Moorbereichen wachsen seltene Moorarten wie Sonnentau, Sumpfport und Schlamm-Segge. Auch die Große Moosjungfer und den Fischotter leben in dem FFH-Gebiet. In den Mooren wurden vor einigen Jahren Gehölze (v. a. Kiefern) entfernt. Durch diese Pflegemaßnahme kann wieder mehr Licht in den Lebensraum gelangen, wovon vor allem Licht liebende Insektenarten profitieren. Die Gewässer- und Moorbereich werden von bewaldeten Dünenzügen umgeben. Auf den sandigen Böden wechseln sich Kiefern-Altersklassenwäldern mit Flechten- Kiefernwaldbeständen und Sandoffenflächen ab. In diesen extrem nährstoffarmen Habitaten leben seltene Arten wie die Glattnatter.

Ein am Großen Milasee betriebenes Ferienlager wurde nach Nutzungsauflassung bis 2009 im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen vollständig zurück gebaut. 

Steckbrief des FFH-Gebietes 3849-301

Mühlenfließ-Sägebach

Quelle an den Kaltwasserteichen (Foto: Klaeber)
Quelle an den Kaltwasserteichen (Foto: Klaeber)

Das 165 Hektar große FFH-Gebiet Mühlenfließ-Sägebach entspricht in seiner Abgrenzung bis auf kleine Abweichungen im Osten dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich etwa 1 km südwestlich von Teupitz, zwischen dem Teupitzer See (im Norden) und Neuendorf (im Süden). Es handelt sich um eine Niederungslandschaft nördlich des Teupitzer Hügellandes.

Zum zentralen Bereich des Schutzgebietes gehören zwei in den Teupitzer See entwässernde naturnahe Fließgewässer. Die Fließe werden durch einzelne Sturzquellen sowie zahlreiche Sickerquellen gespeist, das Mühlenfließ bildet die natürliche Entwässerung des Tornower Sees. Im Bereich der an die Fließgewässer angrenzenden extensiv genutzten Feuchtgrünländer an. Hier kommt punktuell die montan verbreiteten Herbst-Zeitlose vor. Relikte früherer Torfstiche sind einzelne Kleingewässer mit flächendeckenden Krebsscheren-Beständen.

In den östlichen Randlagen des FFH-Gebiets (aber bereits außerhalb) gibt es an früheren Kiesabbaustandorten größere Wintergrün- und Bärlappvorkommen sowie einen sehr kleinen Bestand des sehr seltenen Katzenpfötchens.   

Das FFH-Gebiet war Bestandteil des EU-Life-Projekts „Kalkmoore Brandenburgs“ und ist Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“. Im Rahmen des Kalkmoorprojekts erfolgten Maßnahmen zur Verbesserung der Gebietswasserverhältnisse (Sohlanhebungen im Bereich Kaltwasserteiche, Flachabtorfungen und Gehölzfreistellungen.) Freistellungen und Biotop einrichtende Maßnahmen erfolgen im Rahmen des Sandrasenprojekts. Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes sowie durch Pflegeeinsätze des NABU werden einzelne kleine Feuchtwiesen betreut.  

Ducrh und entlang des FFH-Gebiet führt der Wanderweg "Um die Seen zwischen Teupitz und Tornow".  Bei Neuendorf befindet sich die beliebte Ausflugsgaststätte "Zur Mittelmühle"

An das FFH-Gebiet schließt im westlichen Bereich das FFH-Gebiet "Mühlenfließ Sägebach Ergänzung" an.

Rundwanderweg "Um die Seen zwischen Teupitz und Tornow"

Steckbrief des FFH-Gebiets 3847-302

 

 

 

Mühlenfließ Sägebach Ergänzung

Das 116 Hektar große Gebiet ergänzt das FFH-Gebiet Mühlenfließ Sägebach. Es handelt sich um einen strukturreichen Niederungskomplex, der von quelligen Hangbereichen geprägt ist. Die Entwässerung erfolgt in den Teupitzer See. Innerhalb der Niederungen gibt es einzelne markante Hügelbildungen mit Trockenrasenbereichen.

Steckbrief des FFH-Gebiets 3847-311

 

 

Pätzer Hintersee

Am Pätzer Hintersee (Foto: W. Klaeber)
Am Pätzer Hintersee (Foto: W. Klaeber)

Das 461 Hektar große FFH-Gebiet Pätzer Hintersee entspricht in seiner Abgrenzung bis auf kleine Abweichungen im Osten dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich südöstlich von Bestensee, bzw. südwestlich von Pätz. Im Westen grenzt das Schutzgebiet an die Bahnstrecke Berlin-Cottbus.

Das Schutzgebiet umfasst den gesamten Gewässer- und Uferverlandungsmoorbereich des Pätzer Hintersees mit ausgedehnten Niederungswäldern, Zwischenmooren und Röhrichten. Im Süden befindet sich mit dem Merkhorst eine mit Laubmischwald bestockte Erhebung. In den Randlagen befinden sich extensiv genutzte Grünlandbereiche. Im Übergangsbereich der Grünlandniederungen zu den bewaldeten Hanglagen sowie auf einzelnen kleinen Kuppen befinden sich kleinförmig Sandtrockenrasen und Trockensäume. Zu den Kernbereichen des Schutzgebietes zählen die im Südwesten an die Gewässer- und Röhrichtbereiche des Hintersees anschließenden kalkreichen Verlandungsmoorbereiche mit Kleinseggen- und Flächmoorwiesen. Weidengebüsche bilden die Übergangsbereiche zwischen den Verlandungsmoorbereichen und den Feuchtwiesen. Ausbildungen reicher bis armer Feuchtwiesenbereiche wechseln mit Hochstaudenfluren.  

Die landwirtschaftliche Nutzung der Grünländer erfolgt im Biolandbetrieb. Das FFH-Gebiet war Bestandteil des EU-Life-Projekts „Kalkmoore Brandenburgs“. Im Rahmen des Projekts wurden ersteinrichtende  Maßnahmen auf Moorflächen, wie Gehölzbeseitigung und Mulchmahd, durchgeführt. Es erfolgten Managementmaßnahmen zur dauerhaften Sicherung der Gründland-Pflegenutzung. Das Gebiet ist auch Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“. Im Rahmen des Projekts werden zugewachsene Offenflächen wieder geöffnet und langfristige Pflegenutzungen etabliert. Im Bereich Liepe wurden Gebäude nach Nutzungsaufgabe rückgebaut, es erfolgte eine ersteinrichtende Biotop-Entwicklungsmaßnahme. Südlich des Pätzer Hintersees werden Moor- und Waldflächen langjährig vom NABU Dahmeland betreut . Teilweise befinden sich die Flächen im Vertragsnaturschutz.

Durch das FFH-Gebiet führt ein Wanderweg und ein regional bedeutsamer Radweg tangiert das Gebiet.

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3747-304

Radweg Hofjagdweg

 

 

Radeberge

Alteichen in den Radebergen (Foto: Klaeber)
Alteichen in den Radebergen (Foto: Klaeber)

Das etwa 270 Hektar große FFH-Gebiet Radeberge entspricht in seiner Abgrenzung bis auf einzelne Abweichungen im Bereich Paddenpfuhl dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich 3 km südwestlich von Pätz, westlich der Bundesstraße B 179. Es gehört zum Komplex des Moränenzuges der Pätzer Berge und Dubrowberge.

Die Radeberge gehören zusammen mit den Katzenbergen und der Dubrow zum zentralen Bereich des kontinental geprägten Kiefern-Eichenmischwaldes innerhalb des Dahme-Seengebietes. Die Waldbestände gliedern sich v.a. in naturnahe Laubmischwald-Ausbildungen sowie in forstlich geprägte Abschnitte (v.a. Kiefern-Altersklassenwald) mit Beständen solitärer Eichen-Baumgruppen und Einzelbäumen sowie natürlich entstandene Vorwaldstadien. Der ausgeprägt vorkommende Alt- und Totholzanteil von Alteichen ist Lebensraum seltener Insektenarten wie Eichenbock und Hirschkäfer.

Einbezogen in das Schutzgebiet ist der südlich an die Radeberge angrenzende Paddenpfuhl. Hierbei handelt es sich um einen mesotroph-kalkhaltigen See mit Armleuchteralgen-Grundrasen, Seerosen-Schwimmblattbeständen und großflächigen Schneiden-Röhrichtzonen. An den Paddenpfuhl grenzen Moorgehölz- und Erlenbruchwaldsäume sowie Kiefernwald. Der Paddenpfuhl mit seinen angrenzenden Waldflächen ist als Naturentwicklungsgebiet (Schutzzone 1, Totalreservat) ausgewiesen. Innerhalb des Bereichs Paddenpfuhl befindet sich eine ehemalige Bauschuttdeponie.  Im Bereich der Kiefern-Altersklassenwälder wurden in den vergangenen Jahren Maßnahmen zum Waldumbau vorgenommen (Förderung Eichenanteil, Naturverjüngung). Im Bereich Paddenpfuhl erfolgten einmalige biotopeinrichtende Maßnahmen (starke Auflichtungen der Altersklassenforste) zur Förderung der naturnahen Waldentwicklung. 

Das Gebiet ist Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“.

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3748-304

Replinchener See

Replinchener See - Wollgras im Schwingrasen (Foto Klaeber)
Replinchener See - Wollgras im Schwingrasen (Foto Klaeber)

Das etwa 12 Hektar große FFH-Gebiet Replinchener See befindet sich etwa 4 km südwestlich von Halbe, an der Autobahn A 13. Es entspricht in der Abgrenzung dem gleichnamigen NSG. Es ist Bestandteil des bewaldeten Talsandgebietes der Forst Staakow.

Beim Replinchener See handelt es sich um ein Verlandungs-Kesselmoor mit charakteristischer Vegetationsausbildung. Im Zentrum befindet sich ein dystropher Moorsee mit vereinzelten Seerosen-Beständen. An die Seefläche grenzen Torfmoos-Wollgras-Schwingrasen an. Im Anschluss an die Zwischenmoorbildungen kommen auf bereits verfestigten Standorten Kiefer-Birken-Moorgehölze vor. Durch zeitlich befristete Grundwasseranstiege in den vergangenen Jahren sind weite Bereich der Moorkiefern-Bestände abgestorben (ertrunken).

Innerhalb der kiefernreichen Übergangsbereiche zu den Mineralböden wachsen größere Bestände vom Sprossenden Bärlapp. Umgeben ist der Moorkessel von Kiefer-Altersklassenwald. Nach Auflichtungen und Inititalmaßnahmen kommt es in diesen Bereichen zu einer Laubmischwald-Naturverjüngung.   Das FFH-Gebiet befindet sich im Forstrevier Massow der Hatzfeldt-Wildenburgischen Forstverwaltung.

Altanlagen von Stegen und Trittwegen (alte Angelstellen) zum sensiblen Moorsee wurden um das Jahr 2000 rückgebaut bzw. entfernt.

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3947-302

Schwenower Forst

Blabbergraben (W. Kaleber)
Laubwald am Blabbergraben bei Schwenow mit Blick auf den Räuberberg (Foto: W. Klaeber)

Das 746 Hektar große FFH-Gebiet entspricht in seiner Abgrenzung bis auf einzelne  Abweichungen dem gleichnamigen NSG. Es befindet sich zwischen der Landstraße Kehrigk-Limsdorf im Nordwesten und der Krummen Spree bei Werder im Südosten. Es ist Bestandteil der durch Moränen geprägten Übergangsbereiche der naturräumlichen Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet zur Beeskower Platte.  

Das Schutzgebiet umfasst im westlichen Bereich den durch mesotrophe Verhältnisse geprägten Grubensee (Klarwassersee) sowie mehrere Kessel- und Verlandungs-Zwischenmoore. Neben weitestgehend gehölzfreien Torfmoos-Schwingrasen sind besonders die großflächigen Ausbildungen von Moorwäldern zu erwähnen. Der östliche Bereich ist gekennzeichnet durch mehrere eutrophe Seen, welche durch naturnahe Fließgewässerabschnitte miteinander verbunden sind. An die Gewässer schließen sich Erlenbrüche und Erlen-Eschenwälder an. Gebietsweise kommt es zur Ausbildung von Sickerquellen. Zur Waldvegetation der mineralischen Standortbereiche gehören im östlichen Bereich Ausbildungen von Steileichen-Birken-Wäldern feuchter bis frischer Ausprägung. In das Schutzgebiet einbezogen sind einzelne extensiv genutzte Feuchtwiesen und Feuchtweiden.

Der Bereich Drobschseerinne und das Guschluch sind als Naturentwicklungsgebiet ausgewiesen (Schutzzone 1).  Das FFH-Gebiet war Bestandteil des EU-Life-Projekts „Kalkmoore Brandenburgs“  und ist Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“. Im Rahmen des Kalkmoorprojekts erfolgte der Erwerb des Grubensee, verbunden mit Maßnahmen zur Regelung der Ufernutzung. Im Bereich Guschluch wurden im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme Verbesserungen im Gebietswasserhaushalt vorgenommen. Im Ergebnis kam es zu einem deutlichen Anstieg der Gebietswasserverhältnisse, verbunden aber mit dem Absterben großer Sumpfporstbestände. In den Forstbereichen um das Guschluch erfolgten einmalige Biotop einrichtende Maßnahmen zur Förderung der naturnahen Waldentwicklung.

Der 66-Seen-Wanderweg tangiert das Gebiet im estlichen Bereich. Einen wundrbaren Ausblick über die Schwenower Waldlandschaft ermöglicht der Ausblick auf dem Blocksberg.

Steckbrief für das FFH Gebiet 3850-301 

66-Seen-Wanderweg

Aussichtspunkt Blocksberg

Schwenower Forst Ergänzung

Frühling im Reichards-Luch (W. Klaeber)
Frühlingsaspekt mit Wasserhahnenfuß im Reichards-Luch (W. Klaeber)

Das knapp 30 Hektar große FFH-Gebiet befindet sich nördlich des FFH Gebietes Schwenower Forst beidseitig der Landstraße zwischen Limsdorf und Ahrensdorf. Es handelt sich um ein größeres Flachgewässer und deren Einzugsbereich. Die Wasserspeisung erfolgt über einen Grabenzufluss aus nördlicher Richtung. Das Gewässer des Reichards-Luch besitzt eine temporäre Wasserführung.

Das Gebiet ist von besonderer Bedeutung für den Amphibienschutz, insbesondere für die Rotbauchunke und den Kammmolch. In den zurück liegenden Jahren erfolgten Maßnahmen zur Verbesserung der Gebietswasserverhältnisse durch den Bodenwasserverband. Entlang der Straßenführung wird jedes Jahr ein temporärer Amphibienschutzzaun aufgebaut, der durch die Naturwacht betreut wird. Hier erfolgt auch eine systematische Erfassung der Amphibienbestände. 

Steckbrief des FFH-Gebietes 3850-303

 

 

Stintgraben

Stintgraben (V. Schrader)
Der Stintgraben im Oberlauf (Foto: V. Schrader)

Das etwa 110 Hektar große FFH-Gebiet Stintgraben entspricht dem gleichnamigen NSG. Das Gebiet umfasst die Fließgewässerniederung zwischen dem Forsthaus Hammer und dem Klein Köriser See.

Der Stintgraben ist ein früherer, nacheiszeitlicher, Dahmeverlauf. Eine schmale, vermoorte Talsandniederung mit dem zentralen Stintgraben ist umgeben von Kiefern-Altersklassenforst, Dünenzügen mit Ausbildungen von Trockenrasen und Heidesäumen. Kalkreiche Sandrasen befinden sich kleinräumig auf ehemaligen, nach der Wende (1990) still gelegten trockenen Ackerstandorten.

Im Bereich des FFH-Gebietes befindet sich die Freiland-Museumsanlage der Germanischen Siedlung Klein Köris. Der Aufbau der Museumsanlage mit ihren vorhandenen und geplanten Anlagen steht den Zielsetzungen des Schutzgebietes grundsätzlich nicht entgegen.  Das Gebiet ist Bestandteil des Life-Projekts „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“. Zielsetzung der Maßnahmen ist die Freistellung und Entwicklung von Sandrasenflächen und Trockensäumen.

Naturschutz-Renaturierungsprojekte für den Stintgraben wurden Anfang der 1990er Jahre und um 2010 durchgeführt. Zielsetzung war die Wiederherstellung eines naturnahen Fließverlaufs im Unterlauf bis zum Klein Köriser See sowie die Verbesserung der Gebietswasserverhältnisse im oberen Stintverlauf (Einbau von Sohlgleiten, Anlage Stau im Bereich Landstraße). Der Stintgraben (Name) war ein bedeutsames Laichgewässer für den Binnenstint. Die hier früher im Frühjahr auftretenden Massenvorkommen von ableichenden Stinten gibt es nicht mehr, seit Jahren gibt es gar keine Nachweise mehr vom Binnenstint.

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3748-303  

Freilichtmuseum Germansiche Siedlung

Storkower Kanal

Stahnsdorfer Fließ (W. Klaeber)
Naturnaher Erlenbruch umgibt weites Bereiche des Stahnsdorfer Fließes (W. Klaeber)

Das etwa 96 Hektar große FFH-Gebiet entspricht dem gleichnamigen NSG und befindet sich zwischen Wolzig im Südwesten und Alt Stahnsdorf im Nordosten. Es ist Bestandteil der gewässerreichen Niederungslandschaft westlich von Storkow in der naturräumliche Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet.

Beim Storkower Kanal handelt es sich um ausgebaute, aber naturnahe Uferbereiche des Fließes vom Stahnsdorfer See in den Wolziger See. Charakteristisch für das Gebiet sind das Fließ begleitende Schwimmblatt- und Uferröhrichte sowie zusammenhängende Erlenbruchwald-Säume. Hier befinden sich auch Bereiche von Kleingewässern mit Krebsscheren-Beständen. Im Bereich angrenzender Feuchtgrünländer befinden sich extensiv genutzte Mähfeuchtwiesen mit Vorkommen gefährdeter Feuchtwiesenarten.

Steckbrief des FFH-Gebiets 37-306

Streganzer Berg

Hanglage am Streganzer Berg (W. Klaeber)
Sandtrockenrasen an den Hanglagen des Streganzer Berges (Foto: W. Klaber)

Das etwa 160 Hektar große FFH-Gebiet Streganzer Berg befindet sich etwa 1,5 km südlich der Ortschaft Streganz. Geomorphologisch handelt es sich um eine steile, in südwestliche Richtung zur Talsandebene des Dahmetals abfallende Moränenhochfläche.

Zum zentralen Bereich des Gebietes gehören die nicht bewaldeten Moränen-Oberhangbereiche mit ausgeprägten Stein- und Kalkmergel-Vorkommen. Hier befinden sich Primärvorkommen Subkontinentaler Blauschillergrasrasen. Im unteren Hangbereich schließen sich Silbergrasfluren an. Im Hangbereich der Streganzer Berge sind darüber hinaus trockene Heidefluren und Besenginstersäume ausgebildet. Vorkommen von Schwalbenwurz im Bereich angrenzender Kiefern-Altersklassenwälder sind als Relikte eines früheren Wärmeliebenden Eichenmischwaldes zu werten. Im nordöstlichen Bereich des Streganzberges befinden sich ehemalige Tongrubenbereiche mit fortgeschrittener Waldsukzession. Der Bereich zeichnet sich durch einzelne Quellbildungen aus.  Die Flächen des FFH-Gebietes gehörten zu einem früheren Sperrgebiet und wurden 2015 im Rahmen der sogenannten dritten Tranche dem „Nationalen Naturerbe“ zugeordnet. 

Das FFH-Gebiet wird randlich von Wanderwegen tangiert. An den Hangböschungen gibt es Aussichtsmöglichkeiten über weite Bereiche der Talsandebene des Dahme-Seengebiets.

Steckbrief des FFH-Gebiets 3848-305

BFN Nationales Naturerbe

Streganzsee-Dahme und Bürgerheide

Winterliche Dahme an der Hermsdorfer Mühle (W. Klaeber)
Winterliche Dahme an der Hermsdorfer Mühle (W. Klaeber)

Das etwa 1660 Hektar große FFH-Gebiet Streganzsee-Dahme und Bürgerheide umfasst die Dahmeniederung zwischen Märkisch Buchholz im Süden und dem Streganzer See bei Prieros im Norden. Es ist Bestandteil einer ausgedehnten Talsandebene innerhalb der Landschaftseinheit Dahme-Seengebiet. In das FFH-Gebiet einbezogen ist das NSG Streganzsee-Dahme.

Zentraler Bestandteil des FFH-Gebietes ist der Gewässerverlauf der Dahme (Dahme-Umflutkanal) mit seinen naturnahen Uferröhrichten, Erlenbrüchen sowie noch vorhandenen Altarm- und Mäander-Ausbildungen. Das Fließgewässer ist von hervorgehobener Bedeutung innerhalb eines geschlossenen Biotopverbundsystems. An den Gewässerverlauf grenzen Hochstaudenfluren, Weidengebüsche, Erlenbrüche und Erlen-Eschenwald sowie Feuchtwiesen und -weiden. Innerhalb der Altarmbildungen sind Krebsscheren-Gesellschaften ausgebildet. Die Niedermoorbereiche zwischen dem Fließ und den angrenzenden trockeneren Talsandebenen werden extensiv als Mäh- und Weidegrünland genutzt. Unzugängliche Bereiche sind mit Seggenröhrichten und Erlenbruchwäldern bestanden. Sickerquellen bestimmen die Übergangsbereiche der Niedermoorflächen zu den höheren Talsandebenen mit Waldbestockung (v.a. Kiefern-Altersklassenwald in Randlage).

Den östlichen Anschluss an die Dahmeniederung bildet ein ausgedehnter Dünenkomplex in der Talsandebene zwischen dem Neuendorfer See und der Dahme mit in Senken eingeschlossenen Kiefern-Moorwaldbereichen sowie Kesselmoore und Zwischenmoor-Senken. Die Dünen sind gekennzeichnet durch anteilig offene Abschnitte, Kammlagen mit Flugsandflächen und Silbergrasfluren. In bewaldeten Bereichen sind naturnahe Kiefernbestockungen vorhanden. Hier befinden sich bemerkenswerte Flechten- und Moosvorkommen, saumartige Heideausbildungen, Borstgras sowie ein bemerkenswertes Glockenheidevorkommen. Innerhalb des Bereiches Bürgerheide befindet sich das Miethsluch. Hierbei handelt es sich um eine, von Dünen umgebene, zum Teil vermoorte Talrinne.

Die Dahme ist Landeswasserstraße. Im Bereich bei Märkisch Buchholz existiert ein Biwakplatz. Durch das FFH-Gebiet führen Wanderwege sowie randlich tangierend der Dahme-Radweg. Ausgehend vom Forsthaus Hammer gibt es den Naturwanderweg „Lesefährten Waldwiesen“.   Das FFH-Gebiet ist Bestandteil der Life-Projekte „Sandrasen im Dahme-Seengebiet“und „Feuchtwälder“. 

Steckbrief für das FFH-Gebiet 3848-306

Lesefährte Waldweisen

Rundwanderweg um das Miethsluch