Sprung des Rehbocks

Der Fotograf Klaus Weber gestaltet mit seinen Aufnahmen wildlebender Säugetiere die Kalenderblätter des JahreBuch 2018. Als kleine Serie durch das Jahr stellen wir Ihnen die Kalendermotive hier vor. Heute, der Sprung des Rehbocks.

Während der Filmer das Geschehen als Ganzes festhält, ist für den Tierfotografen der »besondere Augenblick« Gegenstand des Interesses. Es sind Augenblicke, die oft in Bruchteilen einer Sekunde vorbei sind und in den seltensten Fällen so richtig wahrgenommen werden bzw. werden können. Auch diese Aufnahmen entstanden mit der damals brandneuen D300, der Festbrennweite 3,5/400 IFED, von der Jagdkanzel aus, frei Hand. Die Feinarbeit an diesem Bild, das scheinbar übergangslose Aneinanderfügen von Einzelbildern, überließ ich Anneli Krämer. Die Kamera wurde mitgezogen.

Nachher stellte ich fest, dass dabei kaum eine vertikale Kamerabewegung entstanden war, und es kam mir der Gedanke einer Montage mit dem Ziel, die Fähigkeiten des Wildes zu verdeutlichen. Die Montage erkennt man beim genauen Hinsehen an den sich wiederholenden Grasbüscheln – das aber sollte kein Nachteil sein.

Rehwild (Capreolus capreolus) ist die wohl am weitesten verbreitete Schalenwildart. Vor 1989 in den neuen Bundesländern geachtet, als Jagdwild fast verehrt und heute der Verbissschäden wegen weniger beliebt. Es war ganz einfach. Rehwild gab es bis 1990 auf dem Gebiet der neuen Bundesländer mit ihren noch weitläufigen Waldbeständen zuhauf. Das wichtigste Wirtschaftsholz war und ist die Kiefer, und die wurde nach der Ernte (oft in Form von Kahlschlag) wieder aufgeforstet. Zur Vermeidung wirtschaftlich bedeutender Verbissschäden wurde bei Frischanpflanzungen ein geruchsintensiver sog. Verbissschutz angebracht, und alles schien i.O. Dies wird in den benachbarten Staaten, wie selbst erfahren, auch heute noch so praktiziert. Einen Nachteil hat das Ganze aber: Sowohl für das Aufforsten wie für die Pflege junger Forsten sind Arbeitskräfte erforderlich.

Heute heißt es bei der Einweisung der Jäger vor Jagdbeginn – dass vom Rehwild »alles« zuschießen wäre. Der Grund dafür sind die ohne entsprechende und arbeitsintensive Schutzmaßnahmen entstehenden immensen  Verbissschäden. Dr. Stubbe schreibt in seinem 1980 erschienen Buch »Rehwild« als Mitautor: »Rehwild ist in einem großen Teil der Bevölkerung bekannter als einige Haustiere, die immer mehr in industriemäßigen Anlagen konzentriert werden …«.

Tagsüber in Gruppen (Sprüngen) auf den Feldern und Wiesen stehendes Rehwild, das gibt es in den heute intensiv bejagten Gebieten Brandenburgs kaum noch. Es macht den Eindruck, als rückte der Eintrag auf die so genannte »Rote Liste« näher.

In der Ausstellung "Hirschkäfer und Rothirsche" sind vom 24. Januar bis 15. März 2018 Naturbilder von Klaus Weber und Anneli Krämer im Toursimuszentrum Prieros zu sehen.

Hirschkäfer und Rothirsche - Naturfotografie von Anneli Krämer und Klaus Weber

fotocommunity- Naturfotograf Klaus Weber

 

 

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen