Alte Röder bei Prieschka - Ein Einblick in alte Flusslandschaften

Früher veränderte sich der Verlauf von Flüssen und Bächen im Tiefland regelmäßig. Es bildeten sich Altarme, die langsam verlandeten und von regelmäßig überfluteten Auenwäldern und Wiesen gesäumt wurden - ein spannendes und ausgesprochen artenreiches Ökosystem. Im Verlauf der letzten zweihundert Jahre wurde diese Dynamik durch Begradigung und Hochwasserschutz weitgehend unterbunden. Im 78 Hektar großen Naturschutz- und FFH-Gebiet „Alte Röder bei Prieschka“ ist aber zumindest ein besonders gut ausgebildeter Altarm, der ehemalige Unterlauf der Röder kurz vor ihrer Einmündung in die Schwarze Elster, auf über zwei Kilometern Länge erhalten geblieben. Das Gewässer selbst stellt einen wertvollen Lebensraum (Lebensraumtyp 3150) dar. Hier brüten Eisvogel und Beutelmeise, finden Biber, Fischotter und seltene Fischarten wie Bitterling und Schlammpeitzger ein Zuhause. In unmittelbarer Nähe des Altarms finden sich nährstoffreiche und gelegentlich nasse Brenndolden-Auenwiesen (LRT 6440), die eine reiche Insektenfauna beherbergen. Auf den etwas höher gelegenen Bereichen stehen bodensaure Eichenwälder (LRT 9190).

Gut erreichbar ist insbesondere der „Gänsewinkel“ bei Prieschka, der nicht nur ein beliebtes Angelgewässer ist, sondern und auch einige botanische Raritäten aufweist. Zwischen 2009 und 2011 wurde für das FFH-Gebiet „Alte Röder bei Prieschka“ ein Managementplan erstellt, der die Richtung für die Sicherung und weitere Entwicklung dieses Kleinods an der Schwarzen Elster vorgibt.

Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz

Adresse

04924 Prieschka

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Kategorien

  • FFH-Gebiet