Buckow - Waldsieversdorfer Niederungslandschaft

Das rund 143 Hektar große FFH-Gebiet Buckow - Waldsieversdorfer Niederungslandschaft erstreckt sich vom alten Wasserwerk Waldsieversdorf entlang des Stöbbers über die Seifertsche Mühle und das Buckower Mühlenwerk bis zum Eintritt des Stöbbers in den Buckowsees. Eingeschlossen in das FFH-Gebiet liegen Abendrothsee, Galgenberg und das seit 1990 bestehende Naturschutzgebiet Gartzsee (Foto 1).

Neben dem Stöbber (Foto 2), der im gesamten Verlauf dem Lebensraumtyp Fließgewässer mit flutender Wasservegetation (EU-Code 3260) zugeordnet werden kann, sind ausgedehnte Erlen-Eschen Auenwälder mit Schwerpunkt in der Niederung zwischen Abendrothsee und Galgenberg für das Gebiet charakteristisch (Foto 3). Die Auenwälder gehören zusammen mit kleinen Moorwaldflächen am Westufer des Gartzsees zu den EU-weit prioritär geschützten Lebensraumtypen im FFH-Gebiet. Sie nehmen gut ein Viertel der FFH-Gebietsfläche ein.

Abendrothsee und die Mühlenteiche der Buckower und Seifertschen Mühle konnten dem Lebensraumtyp natürlich nährstoffreiche Standgewässer zugeordnet werden. Die im Gebiet gemeldeten Anhangsarten der FFH-Richtlinie Biber, Fischotter, Kammmolch, Steinbeißer und Kleine Flussmuschel sind allesamt an Gewässer gebunden. Zur Verbesserung der Durchgängigkeit für wandernde Fischarten wurde an der Seifertschen Mühle in den neunziger Jahren ein Fischpass gebaut.

Eine Besonderheit im FFH-Gebiet stellt das Naturschutzgebiet Gartzsee dar. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurden 1992 Vegetation und Torfschichtung untersucht und daraus die Moorgenese abgeleitet. Demnach ist der Gartzsee ein seit dem Spätglazial vor 13.000 Jahren aus drei nacheiszeitlichen Toteiskesseln unter schwankenden Wasserständen entstandenes Verlandungsmoor wobei zwei der drei Kessel heute bereits vollständig verlandet sind. Der Gartzsee nimmt als Restsee den über zehn Meter tiefen, tiefsten Kessel ein.

Während des Baues der Seifertschen Mühle im 16. Jh. kam es in Folge einer Grundwasserstandsanhebung um etwa 3 m wohl zu einem sog. „Mühlenstaueffekt“ der sich ebenso wie die mittelalterlichen Rodungen positiv auf den Wasserhaushalt des Moores auswirkte. Aktuell konnten die Übergangs- und Schwingrasenmoore (FFH-Lebensraumtyp 7140, Foto 4) und der Gartzsee als nährstoffarmes Stillgewässer (FFH-LRT 3160) nur einem schlechten Erhaltungszustand zugeordnet werden. Die indirekte Entwässerung über angrenzende Nadelholzforste, Nährstoffeinträge aus der Luft und verstärkter Gehölzaufwuchs wirken sich negativ auf den Moorkörper aus.

Das FFH-Gebiet Buckow - Waldsieversdorfer Niederungslandschaft kann vom Parkplatz Eichendreieck (Gartzsee) oder vom Bahnhof Buckow (Galgenberg, Stöbber und Erlenbruchwald) aus erwandert werden. Die Naturparkroute (roter Punkt) quert das Gebiet entlang des Buckower Weges nördlich des Gartzsees.

BfN - Lebensraumtypen und Arten

Lage und Abgrenzung des FFH-Gebiets (Geodienst des BfN)

Wanderwegempfehlung:  Um die Seen zwischen Teupitz und Tornow

Unterwegs-Flyer Rund um die Teupitzer Seen (PDF)

NSG Briesensee und Klingeberg in der Wikipdia

 

 

Adresse

15755 Teupitz

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen

Kategorien

  • FFH-Gebiet