Hohenleipisch – Vom Munitionslager zum Fledermaushabitat

Das 168 Hektar große Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Hohenleipisch“ kann auf eine bemerkenswerte Geschichte zurückblicken. Ab 1936 baute die Wehrmacht hier eine Munitionsanstalt, worauf auch die alternative Bezeichnung „MUNA“ zurückgeht. Dafür wurden mitten im Wald dutzende teilweise unterirdische Bunker angelegt. Die Anlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den sowjetischen Streitkräften übernommen und bis 1992 genutzt. Nach dem Ende des militärischen Betriebs stellten sich tierische Nachmieter ein: heute bewohnen sieben verschiedene Fledermausarten die Bunkeranlage, darunter auch die durch die FFH-Richtlinie besonders geschützte Mopsfledermaus, die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr. Daher wurde das Gebiet 2000 in das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 integriert und 2005 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die meisten Bunker wurden inzwischen als Fledermaushabitate optimiert, beispielsweise durch das Anbringen von Nisthilfen und das Verschließen der Eingänge, und beherbergen überregional bedeutsame Fledermauspopulationen.

Die Bunker werden größtenteils  von einem alten und strukturreichen Eichenwald (Lebensraumtyp 9190) umgeben, der zugleich ein wichtiges Jagdgebiet der Fledermäuse ist. Um eine ungestörte Entwicklung zu gewährleisten, wurde ein großer Teil des Waldgebiets zum Totalreservat erklärt. Hier bleibt die Natur sich selbst überlassen, umgestürzte Bäume bleiben liegen, abgestorbene dicke Bäume bleiben stehen. Das hilft vielen bedrohten und seltenen Tierarten, wie Hirschkäfer, Rauhfußkauz, Raubwürger und Schwarzspecht.

Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz

Adresse

04934 Hohenleipisch

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Kategorien

  • FFH-Gebiet