Durch die Linse der Ranger - eine digitale Ausstellung zum Thema Vögel

 

Willkommen in der digitalen Foto-Ausstellung "Durch die Linse der Ranger"!

Die Foto-Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Naturpark-Verwaltung Dahme-Heideseen, Naturwacht Dahme-Heideseen und VHS Dahme-Spreewald.

Entsprechend der aktuellen Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg (§ 19) ist die VHS Dahme-Spreewald momentan nicht für den Besucherverkehr geöffnet.

Eine herausfordernde Zeit braucht kreative Lösungen: Wir freuen uns, Sie auf dieser Seite durch die digitale Foto-Ausstellung zu führen!

Sobald die VHS Dahme-Spreewald ihre Türen wieder öffnen darf und die Foto-Ausstellung vor Ort besucht werden kann, werden Sie auf der Webseite des Naturparks Dahme-Heideseen oder im Newsletter informiert.

Die nachfolgende Übersichtskarte zeigt die schönsten Wander-Routen des Naturparks Dahme-Heideseen. Entlang der Wege und auf den Aussichtstürmen können Sie mit etwas Glück die erwähnten Vogel-Arten beobachten.

© Naturpark Dahme-Heideseen

 

Interessante Informationen, Fotos, Ranger-Beobachtungstipps, Wander-Routen und Vogelstimmen zu den Vogel-Arten finden Sie direkt unter der Übersichtskarte. In der rechten Spalte dieser Seite können Sie die Ausstellungstafeln betrachten.

 

Impressum Herausgeber: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg

Redaktion: Naturpark Dahme-Heideseen im Landesamt für Umwelt und Naturwacht Brandenburg

Fotos: Theresa Schwalbe, Johannes Müller, Anton Lehnig, Franziska Ulm, NaturSchutzFonds Brandenburg

Stand: Februar 2021

Eisvogel (Alcedo atthis)

Der Eisvogel (© Theresa Schwalbe)

Auf einem Ast am Ufer lauert der Eisvogel auf Beute. Trotz seines auffälligen Gefieders – die Unterseite orange-braun, die Oberseite dunkelblaugrün bis grünblau gefärbt – ist er nur schwer zu entdecken. Wer jedoch die lauten und scharfen Rufe des Eisvogels kennt, bemerkt schon früher seine Anwesenheit. Der Eisvogel jagt kleine Fische nahe der Wasseroberfläche, die er im Schnabel zurück zu seiner Warte trägt und dort mit dem Kopf voran verschluckt. Im Naturpark Dahme-Heideseen lassen sich Eisvögel sowohl an langsam fließenden, klaren Gewässern wie der Dahme als auch an vielen Seen beobachten. Für die Brut graben Männchen und Weibchen zusammen eine bis zu 1m lange Röhre in Steilufer oder in Abbruchkanten an Gewässern. Manchmal nutzt er auch die Wurzelteller umgestürzter Bäume. Die Jungvögel wandern meist aus dem Brutgebiet ab. Die Altvögel hingegen sind sehr brutorttreu. Wenn in strengen Winter die Gewässer zufrieren, kommt es daher zu starken Verlusten, die er durch hohe Geburtenraten ausgleichen kann.

Ranger-Beobachtungstipp: Ganzjährig entlang der Dahme und an vielen Seen. Auf den lauten und schrillen Ruf des Eisvogels achten.

Ruf des Eisvogels: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 7, 8, 9, 13, 15, 16, 18, 19, 20 ...oder siehe Übersichtskarte

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

Erlenzeisig Weibchen (© Theresa Schwalbe)

Erlenzeisige trifft man in Brandenburg meist nur als Wintergäste an. Durch die kontrastreiche grüngelbe und schwarze Färbung der Männchen fallen sie besonders auf. In großen Schwärmen ziehen sie auf der Suche nach Samen durch die Kronen von Birken und Erlen. Dabei zwitschern die nicht einmal sperlings-großen Vögel unablässig vor sich hin. Gelegentlich kann man den Gesang der wenig scheuen Vögel auch am Futterhäuschen hören. Die warme Jahreszeit verbringen die kleinen Finkenvögel in Nord- und Osteuropa.

Ranger-Beobachtungstipp: Zur Winterzeit überall wo es Säume oder Wälder mit Erlen oder Birken gibt, am besten in der Nähe von Gewässern. Auf das Zwitschern achten, die Vögel turnen ruhelos durch die Kronen von Baum zu Baum.

Gesang des Erlenzeisig: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 5, 7, 8, 9, 10, 15, 16, 18, 20, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Fischadler (Pandion haliaetus)

Fischadler am Horst (© Johannes Müller)

Der Fischadler-Bestand in Deutschland ist durch die Verfolgung durch den Menschen bis in 1950er Jahre stark zurückgegangen. Die Art kam nur noch im Norden und Osten des Landes vor. Seit den 1960ern wächst der Bestand in Brandenburg anhaltend. Im Naturpark werden künstliche Nisthilfen angeboten. Die meisten werden auf Stromleitungsmasten angebracht. Regelmäßig erblicken hier Jungtiere das Licht der Welt. Eine besonders erfolgreiche Brut erfolgte auf dem Mast bei Rieplos. Ein Fischadler, der hier zur Welt gekommen war, gehört zum ersten Paar, das nach langer Zeit wieder erfolgreich in Andalusien brütete! Zwischen 2004 und 2012 wurden 144 nestjunge Adler aus Deutschland nach Spanien verfrachtet und dort großgezogen bis sie flügge waren und ausgewildert. Fischadler werden erst mit drei bis vier Jahren brutreif - so kam es ab 2007 zu ersten besetzten Revieren. Unter ihnen das Männchen mit dem Ringcode 5CR von dem Mast bei Rieplos. 2009 zog er erfolgreich zwei „spanische“ Junge groß. Die iberische Gesamtpopulation, die auch durch Auswilderungen im Baskenland und in Portugal beeinflusst ist und Paare auf den Inseln einschließt, ist im Jahr 2018 auf 53 Paare angewachsen.

Schon der Name lässt es erahnen - der Fischadler jagt ausnahmslos über Gewässern. Wer ihn dabei beobachtet, erlebt ein wahres Spektakel. Im Sturzflug taucht der Adler zuweilen sekundenlang komplett unter Wasser. Möglich wird sein Jagderfolg durch scharfe Augen, verschließbare Nasenlöcher und ein dichtes Gefieder. Mit kräftigem Flügelschlagen gelingt es dem Vogel dann, gefangene Fische aus dem Wasser zu holen und sie in den Fängen mit dem Kopf voran zum Nest oder zur Fraßstelle zu bringen. Nur bei Nahrungsengpässen werden auch Vögel oder kleine Säuger erbeutet.

Ranger-Beobachtungstipp: Um den Fischadler bei der Jagd zu beobachten, braucht es schon etwas Glück. Gut stehen die Chancen an den großen Seen im Naturpark, insbesondere an der Groß Schauener Seenkette. Von den Beobachtungstürmen oder den Strandzugängen bieten sich offene Blicke auf die Wasserflächen.

Ruf des Fischadlers: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 10, 15, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Graugans (Anser anser)

Graugans-Trupp auf Wiese (© Theresa Schwalbe)

 

Im Naturpark Dahme-Heideseen lassen sich regelmäßig drei häufige Gänsearten beobachten. Alle drei Arten gehören zur Gattung der Feldgänse (Anser). Sie werden auch als nordische Gänse bezeichnet. Die größte der drei Arten ist die heimische Graugans. Meist verbringt sie das ganze Jahr in der Region und brütet auch an den Naturpark-Seen. Dazu braucht sie störungsarme und nährstoffreiche Gewässer mit einem Saum aus Röhricht, der der Gänsefamilie Deckung bietet. Außerhalb der Brutzeit bilden Graugänse oft größere Trupps, wenn Durchzügler und Überwinterer aus anderen Gebieten mit dazu kommen. Graugänse haben rosafarbene Beine und kräftige, ebenfalls rosafarbene Schnäbel. Zur Erforschung ihres Zugverhaltens werden die Gänse mit farbigen Halsringen markiert, die auch aus der Ferne gut sichtbar sind. Die Graugans mit der Markierung PAAS wurde 2018 in Polen beringt und ist seitdem mehrfach in Brandenburg gesichtet worden.

 

Ranger-Beobachtungstipp: An allen Seen mit einem breiteren Röhrichtsaum und angrenzenden Wiesen. Von Herbst bis Frühjahr in großen Schwärmen auf Äckern und Wiesen.

Ruf der Graugans: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 7, 10, 15, 21, 22, 27 ... oder siehe Übersichtskarte

Graureiher (Ardea cinerea)

Graureiher (© Anton Lehnig)

Wie er auf der Suche nach Mäusen und Regenwürmern über die Wiesen schreitet, dürfte ein bekanntes Bild sein. In Brandenburg brüten Graureiher in Kolonien mit bis zu 200 Nestern. Diese befinden sich weit oben in den Kronen hoher Laub- oder Nadelbäume. Dabei sind die Vögel ihrer Kolonie treu und kehren alljährlich meist zum selben Nest zurück. Männchen wie Weibchen tragen schwarze Schmuckfedern im Nacken. Die Stirn ist weiß. Im Flug lassen sich Graureiher durch einen s -förmig zwischen die Schultern gezogenen Hals gut von Kranichen oder Störchen unterscheiden.

Ranger-Beobachtungstipp: Der Graureiher ist an Gewässerufern und auf Wiesen und Weiden im ganzen Naturpark zu beobachten.

Ruf des Graureihers: ... hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 18, 19, 20, 21, 22, 27 ... oder siehe Übersichtskarte

Haubentaucher (Podiceps cristatus)

Haubentaucher mit Fisch im Schnabel (© Theresa Schwalbe)

Ein Haubentaucherküken kann schnell zur Beute eines Hechts werden. Ist das Küken jedoch schon etwas älter und der Hecht hingegen noch klein, wird der Jäger zum Gejagten. Das Elterntier hat einen jungen Hecht erbeutet, um ihn an das Küken zu übergeben. Letzteres hat so seine Mühe, den großen Happen in einem Stück zu verschlingen. Seit Jahren sind die Bestände des Haubentauchers in Brandenburg rückläufig. Werden brütende Haubentaucher z.B. durch Angler oder Wassersportler gestört, verlassen die Altvögel zeitweise das Nest. Die Eier werden so schnell zur Beute anderer Räuber. Beeindruckend ist die Balz des Haubentauchers. In der sogenannten Pinguin-Pose richtet sich das Haubentaucher-Pärchen auf dem Wasser Brust an Brust auf, schüttelt die Köpfe und schlägt mit den Füßen auf das Wasser.

Ranger-Beobachtungstipp: Der Haubentaucher kommt auf größeren Seen mit einem Röhrichtsaum vor. Er ist eher scheu und taucht gern und häufig.

Ruf des Haubentauchers: ... hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 7, 10, 14, 15, 19, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Heidelerche (Lullula arborea)

(© Theresa Schwalbe)

Gut durchwärmte Waldränder und spärlich bewachsene Offenflächen sind ideale Lebensräume für Heidelerchen. In der Nähe von Schwenow flatterte diese Lerche der Rangerin zufällig vor die Kamera.

Zu sehen bekommt man die scheue Heidelerche nur selten. Ihr Gesang jedoch ist weit zu hören und zählt zu den schönsten Gesängen der heimischen Vogelwelt. Er besteht aus warmen, weichen und melancholischen Strophen, die zögernd beginnen, sich beschleunigen und zum Ende hin lauter und tiefer werden. Die kleine Lerche singt dabei bis zu einer Stunde lang ununterbrochen aus dem Singflug oder von einer Warte aus. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände im Naturpark stark zusammengeschrumpft. Hauptgrund hierfür ist der Verlust ihres Lebensraums durch Überbauung sowie durch die Wiederbewaldung vormals offener Flächen. Als Bodenbrüter ist die Heidelerche durch ihr braunes Gefieder gut getarnt.

Ranger-Beobachtungstipp: Die Heidelerche braucht gut durchwärmte Waldränder mit angrenzenden spärlich bewachsenen Offenflächen. Solche Lebensräume gibt es z.B. an der Groß Schauener Seenkette. Zu sehen bekommt man die Lerche kaum, ihr Gesang ist jedoch weit hörbar.

Gesang der Heidelerche: ... hier lauschen

Wander-Routen: 4, 7, 8, 9, 13, 15, 16, 18, 19, 20 ... siehe Übersichtskarte

Kranich (Grus grus)

Kranich (Grus grus)

Kranich Altvogel mit Jungen (© Theresa Schwalbe)

 

Die imposanten grauen Vögel gehören mit ihren markanten Rufen untrennbar zu Brandenburg. Bei Linum im Havelland sammeln sich im Herbst bis zu 100.000 Individuen. Die früher versteckt in Erlenmischwäldern brütenden Tiere verlieren zunehmend an Scheu und lassen sich im Naturpark oft und gut beobachten. Vor allem an der Groß Schauener Seenkette finden sie Nahrung und Nistplätze. Der Brutplatz der meist lebenslang monogamen Vögel bildet den Mittelpunkt des Reviers. Die Nester der Bodenbrüter können dabei einen Durchmesser von bis zu einem Meter aufweisen.

 

Ranger-Beobachtungstipp: Im gesamten Naturpark ganzjährig auf Wiesen und Äckern, gern in Gewässernähe. In Herbst oft in großen Schwärmen auf Nahrungssuche. Kraniche sind scheu und fliegen bei Annährung schnell davon. Besser aus der Distanz mit dem Fernglas schauen.

Ruf der Kraniche: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 6, 8, 9, 10, 11, 15, 16, 17, 20, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Saatgans (Anser fabalis) und Blässgans (Anser albifrons) - Nordische Gänse

(© Theresa Schwalbe)

 

Neben der Graugans kommen im Naturpark Saat- und Blässgans vor. Gäste aus dem hohen Norden, die in der arktischen Tundra brüten. Fast die Hälfte der Weltpopulation der Blässgans überwintert in Brandenburg. Daher lohnt sich auch in den Herbst- und Wintermonaten ein Ausflug zu den beiden Beobachtungstürmen an der Groß Schauener Seenkette. Mit einem Fernglas oder einem Spektiv lassen sich die Gänse auf den umgebenden Wiesen beobachten. Blässgänse sind besonders im Flug durch eine dunkle Querbänderung am Bauch zu erkennen. Zudem tragen sie einen weißen Fleck, die namensgebende Blesse, über dem Schnabel. Auch durch ihre Stimme lassen sich die Gänsearten voneinander unterscheiden. Die Rufe der Blässgans klingen höher und melodischer als die der anderen Gänsearten.

Ranger-Beobachtungstipp: Im Herbst und Winter in großen Schwärmen auf Wiesen und Äckern, z.B. auf den Luchwiesen Philadelphia, an den Beobachtungstürmen an der Groß Schauener Seenkette, an den Kossenblatter Seen.

Ruf der Saatgans: ...hier lauschen

Ruf der Blässgans: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 6, 8, 9, 10, 11, 15, 16, 17, 20, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

 

Neuntöter (Lanius collurio)

(© Theresa Schwalbe)

Mit seiner schwarzen Räubermaske und dem kräftigen Hakenschnabel ist der männliche Neuntöter kaum zu verwechseln. Schon von weitem kann man ihn so auf seiner Warte entdecken, von der aus er sein Revier überblickt. Sein Name spielt auf das Bevorraten von Beutetieren an. Ist nämlich mehr Nahrung vorhanden als gebraucht wird, sammelt der Neuntöter diese aufgespießt auf Dornen. Dies dient auch dem leichteren Zerteilen der Beute. Neben Insekten erjagt der Neuntöter sogar Mäuse. Der Neuntöter ist nur in der Sommermonaten bei uns. Den Winter verbringt er im südlichen Afrika. In Hecken mit Dornensträuchern bauen Neuntöter am liebsten ihr Nest. Von seinem Ansitz aus lauert der Neuntöter auf Beute in der unmittelbaren Nähe. Diese schnappt er sich aus der Luft oder liest sie direkt vom Boden auf.

Beim Neuntöter sind beide Partner beim Nestbau beteiligt. Innen wird es mit Tierhaaren und feinen Pflanzenfasern weich gepolstert. Während der Balz erhält das Weibchen vom Männchen Futtergeschenke. Die Ehe hält aber meist nur eine Brutsaison lang.

Ranger-Beobachtungstipp: Der Neuntöter bewohnt offene bis halboffene Landschaften wie extensiv genutzten Weiden, Wiesen und Brachen mit Hecken, Gebüschen und Kleingehölzen.

Gesang der Neuntöter: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 10, 15, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Rohrweihe (Circus aeruginosus)

Rohrweihe Männchen im Flug (© Theresa Schwalbe)

Im Naturpark Dahme-Heideseen lässt sich die Rohrweihe am besten von den Aussichtstürmen an der Groß Schauener Seenkette aus beobachten. Denn wie keine andere Weihe ist sie an die Verlandungszonen von Binnengewässern gebunden. Im niedrigen Suchflug fliegt sie die Ufer nach Beute wie jungen Vögeln ab. Spektakulär ist die Nahrungsübergabe in der Luft, wobei das Männchen die Beute fallenlässt und das Weibchen diese mit nach oben gesteckten Füßen auffängt. Der Balzflug des Männchens ist nicht weniger eindrucksvoll: Scheinangriffe auf das Weibchen und Sturzflüge binden das Paar aneinander. Was sich liebt, das neckt sich - auch in der Vogelwelt. Ihr Nest baut die Rohrweihe, wie ihr Name schon vermuten lässt, im dichten Schilfröhricht.

Ranger-Beobachtungstipp: Von den Aussichtstürmen an der Groß Schauener Seenkette hat man einen guten Ausblick auf das Ufer mit seinem Röhrichtsaum. Hier stehen die Chancen gut, eine Rohrweihe auf Nahrungssuche zu beobachten.

Ruf Rohrweihe: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 6, 8, 9, 10, 11, 15, 16, 17, 20, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Rotmilan (Milvus milvus)

Rotmilan im Flug (© Johannes Müller)

Rotmilane sind hauptsächlich in Mitteleuropa verbreitet. Über 50 Prozent des Gesamtbestandes brütet in Deutschland. Um zu wissen, wie viele Tiere sich im SPA-Gebiet (Special Protection Area / Vogelschutzgebiet) an der Groß Schauener Seenkette wohl fühlen, kartieren die Ranger regelmäßig die dortigen Vorkommen. Dort finden Rotmilane ihren bevorzugten Lebensraum: Abwechslungsreiche Landschaften mit einem Mosaik aus Äckern, Wiesen, Weiden, Wäldern und Gewässern. Hier gehen sie auf die Jagd nach Kleintieren bis zur Kaninchengröße.

Ranger-Beobachtungstipp: Der Rotmilan lässt sich im gesamten Naturpark in offenen, vielfältig strukturierten Landschaften beobachten.

Ruf Rotmilan: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 6, 8, 9, 10, 11, 14, 15, 16, 21, 22 ...siehe Übersichtskarte

Schwarzmilan (Milvus migrans)

Schwarzmilan sitzend (© Theresa Schwalbe)

Schwarzmilane sind deutlich weiter verbreitet als der nahe verwandte Rotmilan. Dies mag daran liegen, dass der schwarze Milan ein Nahrungsgeneralist ist. Kleiner und unauffälliger gefärbt hat er ein breites Nahrungsspektrum und frisst neben gefangenen Beutetieren auch Aas und Abfälle. Bei seinem Lebensraum ist er schon wählerischer - die in Deutschland vorkommenden Tiere bevorzugen Wassernähe. Dies können u. a. Flüsse oder baumbestandene Seeufer sein. Hier erreicht er die größten Bestandsdichten und höchsten Vermehrungsraten. Heimische Schwarzmilane verbringen den Winter in Afrika.

Zum Foto: Der Schwarzmilan hat alles im Blick. Sucht er nach Beute … oder doch eher nach einem Partner für den Nestbau?

Ranger-Beobachtungstipp: Den Schwarzmilan entdeckt man am ehesten in Gewässernähe, wo er nach Nahrung sucht.

Ruf Schwarzmilan: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 10, 15, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Krähen und Seeadler (© Theresa Schwalbe)

 

Seeadlerpaare bleiben ihr Leben lang zusammen. Zum jährlichen Balzritual im Winter gehört ein markanter Balz-„gesang“ sowie beeindruckende Flugmanöver. Seeadler hingegen brüten meist in ungestörten Waldgebieten auf alten Bäumen. Seinen Horst würden die beiden Nebelkrähen links im Bild nie beziehen. Sie scheinen sich dagegen für die Horstplattform des Fischadlers zu interessieren. Nicht immer gibt es ein so friedliches Nebeneinander: Hier hat sich ein ausgewachsener Seeadler zu weit in das Revier eines Schwarzmilans gewagt. Mit rasant geflogenen Angriffen versucht dieser, den Eindringling zu vertreiben. Obwohl der Milan deutlich kleiner ist, schafft er es, den Seeadler zur Umkehr zur bringen.

Im Naturpark Dahme-Heideseen lassen sich die imposanten Greife mit ihrer Flügelspannweite von bis zu 2,5 m vor allem über den Gewässern beobachten.

 

Ranger-Beobachtungstipp: Seeadler sind scheu und kaum aus nächster Nähe zu beobachten. Die Chancen, trotzdem einen zu erblicken, stehen am besten an den großen Seen im Naturpark. Dort unternimmt der Seeadler seine Jagdflüge.

Ruf des Seeadlers: ... hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 10, 15, 21, 22 ... oder siehe Übersichtskarte

Silberreiher (Ardea alba)

Silberreiher sind gesellig und übernachten gern in Bäumen. (© Theresa Schwalbe)

Noch vor wenigen Jahren waren die großen, weißen Reiher in unserer Region ein seltener Anblick. Inzwischen lassen sich die eleganten Vögel in den Herbst- und Wintermonaten häufig an heimischen Gewässern beobachten.

Ganz sicher ist sich die Fachwelt noch nicht, warum die Anzahl der rastenden und überwinternden Silberreiher in den letzten Jahren in Deutschland so stark zugenommen hat. Als ein Grund wird die Erschließung neuer, kontinentaler Brutgebiete in Osteuropa vermutet. Die dortigen Winter sind im Vergleich mit unseren so hart, dass die Vögel zum Überwintern zu uns kommen. Aber auch in den Sommermonaten häufen sich die Beobachtungen. Und vielleicht brütet bald im Naturpark Dahme-Heideseen der erste Silberreiher Brandenburgs?

Ranger-Beobachtungstipp: Der Silberreiher ist in den Herbst- und Wintermonaten an Gewässerufern im ganzen Naturpark zu beobachten.

Ruf des Silberreihers: ... hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 18, 19, 20, 21, 22, 27 ... oder siehe Übersichtskarte

Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

Zaunkönig aus dem Nest schauend (© NaturSchutzFonds Brandenburg)

Wer hat denn hier sein Nest gebaut? Die meisten Vogelarten bauen für die Eiablage Nester. Anhand von Form, Größe, verwendetem Material und der Lage schließen die Ranger auf die Vogelart. Das Nest des Vogels ist kugelförmig und besteht aus trockenen Farnwedeln, Moos und kleinen Pflanzenteilen. Anhand dieser Merkmale kann es leicht bestimmt werden. Haben Sie auch eine Vermutung, wer hier am Werk war?

 

Er hat hier sein Nest gebaut!

Wer hüpft denn da, wer hüpft denn da,

ist das nicht wirklich sonderbar?

Ein kleiner Knirps kaum wahrzunehmen,

doch ist sein hochgestellter Schwanz zu sehen.

Und hör doch mal sein lautes Singen,

lässt meilenweit den Wald erklingen.

Und der König hat zu bauen,

viele Nester für seine Frauen.

Denn meist hat er nicht nur eine,

sondern zwei bis viere oder dreie.

Ist das Weibchen dann zufrieden,

sucht sie sich das Schönste raus,

und setzt dann je nach Belieben,

ihre fünf bis sieben Eier ins Haus.

Jetzt hat der König es geschafft,

sein Nachwuchs nun zur Welt gebracht.

Die Königskinder können nun,

in Zäunen, Büschen und im Graben,

den Eltern gleich es tun,

und ihren Namen Ehre tragen.

(Gedicht einer Rangerin der Naturwacht Dahme-Heideseen, Januar 2021)

 

Haben Sie den kleinen Vogel erkannt? Na klar, es ist der Zaunkönig… Und nun an euch ihr schlauen Leute, wisst ihr warum der König „König“ heißt? Wenn nicht dann schaut doch gleich mal heute, ob es das Buch oder Internet weiß!

Ranger-Beobachtungstipp: Unterholzreiche Wälder, Gebüsche und Hecken – hier fühlt sich der Zaunkönig wohl.

Gesang des Zaunkönigs: ...hier lauschen

Beobachtungsmöglichkeiten: 4, 5, 6, 7, 8, 9, 15, 16, 17, 18, 19 ... oder siehe Übersichtskarte