Spektakuläre Naturschauspiele am Nachthimmel

Während der Himmel am Abend des 27. Juli in großen Teilen Brandenburgs wolkenverhangen war, ließen sich die spektakulären Himmelsereignisse über dem Naturpark Dahme-Heideseen hervorragend beobachten. So bot u.a. der Vogelbeobachtungsturm Selchow der Heinz-Sielmann-Stiftung an der Groß Schauener Seenkette einen idealen Beobachtungspunkt für diese seltenen astronomischen Highlights. Wie dramaturgisch inszeniert, öffnete sich der Vorhang aus Nachmittagsregenwolken pünktlich zum farbenfrohen Sonnenuntergang, um das nachfolgende Naturschauspiel am Nachthimmel einzuleiten.

Grillenzirpen, gelegentliches Gänsegeschnatter hier und dort und aromatische Sommergerüche erfüllten die angenehm warme Abendluft, als sich langsam die Dunkelheit über Seen, Wiesen und Wälder senkte. Dann irgendwann, zunächst nur als schwacher rötlicher Umriss erkennbar, bahnte sich der große Star des Abends seinen Weg durch den Dunst am Horizont. Zu diesem Zeitpunkt war die Mondfinsternis schon im vollen Gange. Je höher der rote Blutmond stieg, umso kräftiger wurde sein Leuchten.

Während der Mond sich bei einer Mondfinsternis im Kernschatten der Erde befindet, werden die blauen kurzwelligen Sonnenstrahlen vollständig in der Erdatmosphäre absorbiert. Die langwelligen rötlichen Strahlen werden hingegen durch die Atmosphäre hindurch weiter zum Mond geleitet, was dem sogenannten Blutmond während einer Mondfinsternis sein kupferfarbenes Schimmern verleiht.

Die totale Mondfinsternis hatte eine Gesamtdauer von 103 Minuten. Damit ist sie die längste in diesem Jahrhundert und wird erst wieder im Jahre 2123 um wenige Minuten übertroffen werden!

Doch damit nicht genug der Besonderheiten! Zur gleichen Zeit zeigte sich der Mars mit seinem unverkennbar rötlichen Schein als das größte und strahlendste Himmelsgestirn dieser Nacht. Dies lag daran, dass die Erde den Mars auf seiner Umlaufbahn um die Sonne überholte, wobei der Abstand zwischen den beiden Planeten auf 54,7 Mio km zusammenschrumpfte. So nahe, wie in dieser Nacht, kamen sich Erde und Mars zuletzt vor 15 Jahren.

Gegen 23:13 Uhr begann der Mond wieder aus dem Kernschatten der Erde herauszutreten, was weitere tolle Fotomotive ergab.

Zur Krönung dieses ungewöhnlichen Schauspiels, sah man von Zeit zu Zeit eine Sternschnuppe in der Atmosphäre aufglühen. Weitere Gelegenheiten zur Sternschnuppenbeobachtung stehen allerdings noch bevor. Am 12. August gegen 23 Uhr befindet sich der sommerliche Sternschnuppenhagel auf dem Höhepunkt. Einen Blick in den Nachthimmel sollte man also auch an diesem Tag keinesfalls verpassen!

FFH-Gebiet Groß Schauener Seenkette

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen

Kategorien

  • Natura 2000

Meldung vom 02.08.2018