Eintauchen in die Kulturlandschaft Streuobstwiese

Im September entwickeln sich die Streuobstwiesen und Obstbaumalleen im Naturpark Dahme-Heideseen in ein Schlaraffenland für Obstliebende. Auch wenn die Äpfel und Birnen noch nicht ganz reif sind, macht ein Spaziergang durch die reichbehangenen Bäume, die in ihrer Größe und Form nicht unterschiedlicher sein könnten, Lust auf die kommende Zeit der Obstgebäcke wie Apfelkuchen, Birnentarte und Apfeltaschen. Köstlich ist auch der frische Saft von den Früchten der Streuobstwiesen oder Obstalleen. Doch bevor das Obst einfach gepflückt wird, sollte man den Eigentümer fragen. Denn auch, wenn eine Streuobstwiese nicht eingezäunt ist, gehören die Bäume meist jemandem und werden gepflegt.

Ein Ausflugstipp im Naturpark ist der „Ministersortengarten" bei Philadelphia. Die Streuobstwiese wird von Äpfel und Konsorten e. V. bewirtschaftet. Sie entstand 2017 am Rande einer alten Streuobstwiese im Rahmen der 88. Umweltminister-Konferenz in Bad Saarow. Umweltminister des Bundes und der Länder pflanzten hier am 4. Mai 2017 typische Obstbäume aus ihren Bundesländern.

Die Streuobstwiese ist u. a. über den 8,5 Kilometer langen Salzweg bei Storkow erschlossen. Der Salzweg gewährt Ein- und Ausblicke in die faszinierende Welt der Salzwiesen.

Im Besucherzentrum des Naturparks, in der Burg Storkow, stehen leckere Säfte und Cider aus handgeernteten, frischen Äpfeln von natürlichen Streuobstwiesen im Angebot.

Streuobstwiesen sind ein altes Kulturgut. Bis vor wenigen Jahrzehnten fand man sie noch an fast allen Dorfrändern. Die Dorfbewohner versorgten sich aus diesen Beständen mit Frischobst und konnten zugleich den Grasertrag der Wiesen nutzen. Mit dem Aufschwung der industriellen Obsterzeugung haben Streuobstwiesen jedoch an Bedeutung verloren. Dabei zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, die viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Durch seinen stockwerkartigen Aufbau, seine Strukturvielfalt und den Verzicht auf Spritzmittel bieten Streuobstwiesen vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Totholz und Baumhöhlen sowie die Früchte und Blüten der Obstbäume und der artenreichen Wiesen bieten vielen Arten eine Lebensgrundlage. Durch die Kombination von Bäumen und Wiesen und die dadurch entstehenden kleinräumig wechselnden Licht- und Schattenverhältnisse entsteht eine große Strukturvielfalt, die die Streuobstwiese als besonderen und einzigartigen Lebensraum auszeichnet.

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen

Meldung vom 08.09.2022