„Rettet unsere Kulturlandschaften!“ – Einsatz fürs Wintergrün

Die in diesem Sommer gestartete Kooperation mit der Uni Potsdam, bei der Studenten sich unter Anleitung der Naturparkverwaltung durch regelmäßige Pflegemaßnahmen für den Erhalt bedrohter Arten unserer Kulturlandschaften engagieren, ging am 1.8.2018 in die zweite Runde.

Dieses Mal spielte sich die Aktion im FFH- und Naturschutzgebiet Briesensee und Klingeberge südlich des Tornower Sees ab. Die hügelige, von ehemaligen Tongruben geprägten Waldlandschaft beherbergt noch vereinzelte Restvorkommen unterschiedlichster Wintergrünarten, wie z.B. das Birngrün, das Doldenwinterlieb, oder das Moosauge. Durch Aufgabe der einstigen Bauernwald- und Streunutzung, Nährstoffeinträge, so wie zunehmende Beschattung durch dichten Gehölzaufwuchs drohen nun auch die letzten Überbleibsel dieser vormals reichlich vorhanden Arten zu verschwinden.

Somit wurden kurzerhand Astscheren und Handsägen geschwungen, um die durch Zitterpappeln und anderen Gehölzaufwuchs stark überwucherten Wintergrünarten wieder freizustellen. Nur junge Eichen, die ohne entsprechendes Management kaum in der Lage sind, sich in unseren heutigen Wäldern zu behaupten, wurden bewusst stehen gelassen. Sie sind nämlich aus naturschutzfachlicher Sicht ebenfalls sehr wertvoll, da sie in ausgewachsenem Zustand die größten Hotspots für Artenvielfalt bilden. Zudem musste noch ein großer toter Baum, der vor einigen Monaten bei Forstarbeiten versehentlich auf dem letzten bekannten Vorkommen des Moosauges im ganzen Naturpark entsorgt wurde, in mühevoller Kleinarbeit mit Sägen zerlegt und beiseite geschafft werden.

Obwohl das Wetter aufgrund der extremen Hitze bei stehender Luft und 36°C im Schatten alles andere als günstig war, um schwere körperliche Arbeiten zu verrichten, ließen sich die hochmotivierten studentischen Naturschützer ihre Begeisterung nicht nehmen. Stattdessen vielen Kommentare, wie „Das macht ja richtig Spaß, das könnte ich jetzt jeden Tag machen!“.

Nach fast vier Stunden Arbeit war das Resultat erstaunlich! Die vormals stark überwucherte Grube hatte sich in ein lichtdurchflutetes Paradies fürs Wintergrün verwandelt. Natürlich wird dieser Zustand nicht ewig andauern. Doch mit gelegentlichen Wiederholungen von Pflegeeinsätzen wie diesem, selbst wenn es nur einmal alle zwei bis drei Jahre geschieht, hat man mit verhältnismäßig geringem Aufwand schon viel für den Naturschutz getan und kann so den langfristigen Erhalt der Wintergrünarten an diesem Standort sichern.

Als Belohnung für die Anstrengungen gab es noch einen Spaziergang durchs FFH-Gebiet zu den beeindruckenden, über 200 Jahre alten Kiefernbaumriesen und der eiskalten Hangquelle, dem Klingespring. Nachdem erst einmal die leeren Trinkflaschen an der Quelle aufgefüllt wurden, folgte das lang herbeigesehnte Erfrischungsbad in dem von der Quelle gespeisten Tornower See. Das nur ca. 7°C kühle Quellwasser, das sich mit dem inzwischen schon fast badewannenwarmen Seewasser vermischt, ist an so unerträglich heißen Tagen wie diesem ein wahrer Segen!

 

FFH-Gebiet Briesensee und Klingeberge

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen

Kategorien

  • Natura 2000

Meldung vom 07.08.2018