Mittelspecht

Der Mittelspecht (Dendrocopos medius, Syn.: Leiopicus medius) hat seinen Verbreitungschwerpunkt in Mitteleuropa. Daher hat Deutschland (zusammen mit Polen) eine besondere Verantwortung für diese Art. Er ist in Deutschland recht weit verbreitet, allerdings mit Verbreitungslücken und deutlich seltener im Nordwesten. Die Art fehlt im Erzgebirge, Böhmerwald, Alpenvorland und im Fichtelgebirge. In Brandenburg kommt der Mittelspecht fast flächendeckend vor.

Die Art zeigt eine enge Bindung an naturnahe Laubwälder mit viel Totholz. Deshalb gilt der Mittelspecht als Urwaldrelikt. Besonder häufig findet man ihn in alten Eichenbeständen, aber er kommt auch in Parkanlagen, Obstgärten und Kiefernwäldern mit Eichengruppen vor. Er braucht für die Nahrungssuche Stammbereiche und Äste mit grober Rinde. Das sind sehr oft Eichen, da diese schon im jungen Alter eine raue, aufgerissene Rinde haben. Er ernährt sich von verschieden Gliederfüßern, z.B. von Blattläusen, Ameisen, Käfern und Schaben. Im Gegensatz zu anderen Spechten trommelt er selten.

Sein Bedarf an älteren Bäumen steht oft der forstlichen Bewirtschaftung entgegen. Die Bäume dürfen nicht mehr alt genug werden, um den Ansprüchen des Mittelspechtes gerecht zu werden. Auch die Umwandlung von Laub- zu Nadelwäldern ist eine Gefährdung. Mit der zunehmenden Verbauung der Auen verschwinden auch die Hartholzauen, was einen Lebensraumverlust darstellt. Der Mittelspecht ist nach Bundesnaturschutzgesetz und der europäischen Vogelschutzrichtlinie (Anhang I) geschützt.

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen
  • Naturpark Hoher Fläming

Kategorien

  • Vögel