RangerTour: Brandenburger Konzertfrühling - Geheime Töne am Räuberberg

Im Rahmen des Brandenburger Konzertfrühlings führte am 23. April 2022 eine spannende Rangertour nach Schwenow, einem Ortsteil von Limsdorf.

Theresa Schwalbe, Rangerin im Naturpark Dahme-Heideseen, erklärte die Vogelstimmen, die in der abwechslungsreichen Landschaft zwischen Räuberberg und Weinberg zu hören waren. Das Frühlingserwachen in all seinen Formen, Farben und Tönen konnten die gut 30 Teilnehmer gemeinsam entdecken und erlauschen. Neben dem Gesang der Vögel gab es eine große Vielfalt an Frühlingsblühern im Wald zu entdecken.

Auch wenn es am Räuberberg keine Räuber mehr gibt und am Weinberg keine Weinreben mehr stehen, wurde durch die Erzählungen von Hannes Hause, ebenfalls Ranger im Naturpark, die Geschichte wieder hautnah erlebbar. Auf dem 58 Meter hohen Räuberberg befand sich einst eine mittelalterliche deutsche Adelsburg, von der außer den Resten des Burgwalls nicht mehr viel zu sehen ist. Das offene, feuchte Wiesengelände und die Wasserläufe boten der Burganlage natürlichen Schutz. Östlich des Ortes wurde auf dem Weinberg Wein angebaut. Heute ist der Berg mit Wald bestockt. In der eiszeitlichen Drobschseerinne verbindet der Blabbergraben im Mittel- und Unterlauf den Premsdorfer und Ahrensdorfer See mit dem Drobschsee bei Schwenow. Allerdings fällt der Graben in den Sommermonaten streckenweise immer häufiger trocken. Benannt ist der Graben nach der abgetragenen Blabbermühle, deren Name sich lautmalend auf das Geräusch einer arbeitenden Mühle bezieht (plattdeutsch für plappern).

Mit dieser Rinnenstruktur ist auch das Reichardsluch verbunden, das an die Straße zwischen Limsdorf und Ahrensdorf angrenzt. Hier stellte Ende März die Naturwacht einen etwa 110 Meter langen Krötenzaun auf. Der Zaun soll vor allem das Vorkommen der seltenen Kammmolche und der Rotbauchunken schützen. Allerdings konnte die Wandergruppe keine Rufe der Rotbauchunke hören. Sie ist, wie auch andere Amphibien, auf Kleingewässer angewiesen. Das Austrocknen der Laichgewässer – wie z.B. des Reichardsluchs - macht eine Laichablage sowie ein Überleben der Jungtiere fast unmöglich. Vor einigen Jahren wurden am Krötenzaun noch über tausend Amphibien über die Straße getragen. Heute sind es nur noch rund zwei Dutzend, davon eine Rotbochunke.

Begleitet wurde die Wanderung auch von der Jagdhornbläsergruppe Köllnitz, die verschiedene Jagdsignale spielte und erläuterte. Die Wanderung endete mit einem gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer mit Grill an der Landesförsterei Schwenow.

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen

Meldung vom 24.04.2022