Naturpark Dahme-Heideseen ruft zur Meldung von Orchideenfunden auf

Die Naturwacht im Naturpark Dahme-Heideseen bittet Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung: Wer im Gebiet des Naturparks das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) entdeckt, wird gebeten, den Fund zu melden. Ziel der Aktion ist es, wertvolle Hinweise auf besonders artenreiche und ökologisch intakte Feuchtwiesen zu erhalten und diese langfristig zu schützen.

 

Das Breitblättrige Knabenkraut, im Volksmund auch „Kuckucksblume“ genannt, blüht derzeit und gilt als wichtige Indikatorart. Das Vorkommen der Orchideen weist auf extensiv genutzte Feuchtwiesen hin – etwa durch ein- bis zweimalige Mahd im Jahr oder durch Beweidung. Gleichzeitig zeigt die Orchidee Standorte mit einem noch weitgehend intakten Wasserhaushalt an, da sie auf ausreichend feuchte Böden angewiesen ist.

 

„Wiesen mit dem Breitblättrigen Knabenkraut gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Region“, erklärt Ranger Hannes Hause von der Naturwacht. „Sie bieten zahlreichen Pflanzen- und Insektenarten einen Lebensraum und sind daher von herausragender Bedeutung für die Biodiversität.“

 

Seit 1998 erfasst die Naturwacht im Naturpark Dahme-Heideseen systematisch Orchideenvorkommen. Es liegen auch langjährige Daten von engagierten Ehrenamtlern vor. Dennoch sind viele Bestände bislang nicht bekannt. Hier setzt der aktuelle Aufruf an.

 

Interessierte werden gebeten, Beobachtungen möglichst mit einem Foto per E-Mail an hannes.hause(at)naturwacht(dot)de  zu melden. Im Anschluss nimmt die Naturwacht Kontakt auf, um die Fundorte zu dokumentieren und gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Flächen abzustimmen.

 

Die gesammelten Informationen dienen dazu, bestehende Vorkommen gezielt zu erhalten und zu fördern. Dazu gehören unter anderem Beratung zur geeigneten Pflege oder Unterstützung bei der Wiederaufnahme einer extensiven Nutzung. Viele ehemalige Standorte drohen verloren zu gehen, da Wiesen brachfallen, verbuschen oder durch aufkommende Gehölze wie Weiden und Erlen verdrängt werden. Auch die zunehmende Austrocknung von Standorten stellt eine Gefahr für Orchideen-Wiesen dar.

 

„Selbst dort, wo das Breitblättrige Knabenkraut aktuell nicht sichtbar ist, kann es im Boden noch vorhanden sein“, betont Ranger Hannes Hause. „Mit passenden Maßnahmen kann die Pflanze oft zurückkehren und wieder Blätter und Blüten ausbilden. Deshalb ist es entscheidend, jede Möglichkeit zum Erhalt zu nutzen.“

 

Deutschland – und insbesondere Brandenburg – trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz dieser Orchideenart, da hier ein Schwerpunkt ihres natürlichen Verbreitungsgebietes liegt.

Gebiet

  • Naturpark Dahme-Heideseen

Kategorien

  • Natura 2000

Meldung vom 02.06.2026